Barbara Thalheim

Frau Kraft, Gisela, Gisel, Giselchen…

Unterwegs mit einem Derwisch

Unterwegs mit einem Derwisch

Genau in dem Moment, als ich von Flugangst geschüttelt am 5. Januar 2010 um 8.15 Uhr meinen Sicherheitsgurt  im Flugzeug nach Afrika festzog, starb im Krankenhaus in Bad Berka in Thüringen die Poetin, Schriftstellerin und Übersetzerin, meine Freundin Gisela Kraft in den Armen ihrer Schwester Reinhild an Krebs. Sie wurde 74 Jahre alt.

Genau in dem Augenblick, als ich am 19. Mai 2016 meine Seelenschublade mit den Erinnerungen an Gisela wieder schloss,  starb Reinhild, Cellistin, „Mutterunser“, Giselas Lieblingsschwester, die auch mir nahe stand, im 71. Lebensjahr in Brandenburg.

und lass mich willig in das Dunkel treiben. Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben… schrieb Mascha Kaleko als sie ihren Sohn verloren hatte. Die Konfrontation mit dem Tod geliebter Menschen wird gegenwärtig im Alter. Der Tod ist „eine Widerfahrung, die nicht mehr zur Erfahrung werden kann.“ (Silvia Bovenschen)

Ich klappe den Laptop zu, mache einige Runden ums Haus, komme zurück, lösche den Text zu Giselas 80. Geburtstag und fange von vorn an.

Mai 2016.

Ein warmer Mai in diesem Jahr. Seit Wochen begleitet mich  Gisela bei Autofahrten durch die Rapsfelder Mecklenburgs, bei Erkundungen auf der Ile des Embiez, beim Bestaunen der  Calanques (das sind vom Meer ausgewaschene bizarre Kalkfelsen) bei Cassis,  sie ist bei Auftritten in Thüringen, Mecklenburg, Proben und auch an faulen Tagen dabei. Wir halten Zwiesprache, erinnern uns an Details unserer 26jährigen Weiberfreundschaft. Zwei unterschiedlich sozialisierte Frauen, die ungleicher nicht hätten sein können. Ich habe sie geliebt, die Stunden nach unseren gemeinsamen Lesung-Konzerten. Wir zwei in Kneipen von Rostock bis Suhl, von Pitschen bis Pickel (gibt es wirklich, sogar durch ein Gedicht Giselas belegt) beim Grappa trinken. Mir fällt niemand ein, der mich so oft zu Tränen rührte beim Lachen und beim Weinen.

Im November 1984 übersiedelte die Dichterin, Schriftstellerin, Islamwissenschaftlerin Gisela Kraft in ihrem 48. Lebensjahr von West- nach Ostberlin. Eine Sensation. Vor allem für Journalisten. Nur wenige drangen in den zahlreich erschienenen Zeitungs-, Film – und Fernsehberichten über die promovierte Islamwissenschaftlerin, die sich „freiwillig einsperren ließ“, zum tieferen Grund ihres Staatenwechsels vor. In ihrem nachgelassenen Manuskript „Mein Land ein anderes“ (Edition Azur 2013)  hat Gisela Kraft die Gründe für diesen Umzug sehr genau beschrieben.

Bevor sie die neue Bleibe mit ihrem Westberliner Hausrat in Besitz nehmen konnte,  hatte sie dort in Berlin-Friedrichshain einen Zettel an die Wand gepinnt:  „In der Arbeit des Künstlers, in dieser freien Arbeit, wird ein noch unerreichter Zustand der Gesellschaft vorweggenommen“. (Ernst Fischer, österreichischer Kommunist, 1899-1972) Die Worte „in dieser freien Arbeit“ waren unterstrichen. Gisela kam aus einer Welt, in der man sich „diese freie Arbeit“ vor allem mit Lohnarbeit zum  Broterwerb auf einem ganz anderem Gebiet er-kaufte. Sie wollte in eine Gesellschaft, in der es möglich schien, ausschließlich vom Schreiben leben zu können.

Von heute (2016) aus wirkt der Satz von Ernst Fischer wie ein Credo der Dichterin bei  ihrem  Neuanfang im Niemandsland. Das Fragment DDR, heute ein Krakel auf der „Geschichtenwand“, schien im Vergleich zu ihrer bisherigen Welt, in der es keine unerreichten Ziele zu geben schien, außer vielleicht dem, reich zu werden, für Gisela Kraft ein unbestelltes Feld zu sein, das nur darauf wartete von ihr beackert zu werden. Gesellschaftsübergreifende Visionen heute? Fehlanzeige! Visionen sind nicht nur ausgegangen, sie werden weder gebraucht, noch vermisst. Oder wie es in einem meiner Lieder heißt: Die Zukunft geht schwanger ohne Kind.

Meine Freundin, DDR-Bürgerin mit Westberliner Wurzeln, stellte 1984 ihre Baumarkt-Regale, Bücher und Teller in die ihr zugewiesene Wohnung mit „Tag-und-Nacht-Musik“ vom gegenüberliegenden Güterbahnhof und ging ihren Kühlschrank zu füllen zum ersten Mal in eine Ostberliner Kaufhalle. Kaufhalle? – ein Fremdwort für die Sprachkundige. Im Westen sagte man Supermarkt. Es war so vieles super im Westen.

Zwei Bauarbeiter am Imbissstand schauten amüsiert auf das Outfit der Achtundvierzigjährigen; bunte Pluderhosen, darüber Walle-Gewänder, Schlangenketten um den Hals, das strohblonde Haar zu Zöpfen geflochten, goldene Schuhe aus Kunstleder Größe 44!

Der eine Bauarbeiter zu dem anderen: „Kiek ma, n‘ Arsch wie ’ne 85er Bildröhre“…

Die Neubürgerin, Doktor h.c., reagierte mit dem Satz: „Und Ihr habt Plasteeier.“

Stille.

Die Bauarbeiter hatten ihre Bocki noch immer unangebissen in der Hand, starrten mit offenen Mündern auf den Ausgang der Kaufhalle, bis die Exotin eine viertel Stunde später den Männern zuwinkend, mit vollem Einkaufskorb entschwand.

Immer wieder hat Gisela diese Geschichte – ihren Einstand in den DDR Alltag – erzählt. Jahre später wird sie notieren: „Seltsam, wie ich in der DDR meinen lebenden Lieblingsmenschen begegnete… Gern sein –  gernhaben.“

Sommer 1990:

Wir saßen in ihrer Wohnung in der Helsingforser.  Meine pubertierende Tochter durfte in ihren Schmuckschatullen nach Schätzen graben.  Naher Osten, Orient, China, Giselas  Welterkundungsreisen, Lebensstationen, quollen in Form von glitzernden Armreifen, strassbesetzten Haarkämmen, Silberketten, Schnallen, Gürteln, Broschen aus den Schatullen. Der Hit war die mit den feingliedrigen Metall-Schlangen aus Silber, bemaltem Holz und Alpaka. Die Schlangen hatten rubinrot oder türkis funkelnde Augen,  gespaltene, paillettenbestickte Leder-Züngelzungen. Lange, kurze, kleine, dicke, dünne, die man sich als Kette, Armband oder Gürtel anlegen konnte. Eine Referenz an die Zeit mit dem chinesischen Ehemann, der Schlangen in ihrer Westberliner Wohnung züchtete. („Prinz und Python“, Verlag Eremiten Presse 2000)

Die Schlafzimmertür in der Helsingforser, der Eintritt in „1000 und eine Nacht“. Bunte Tücher über Lampen und Bett und Sessel gebreitet, wallende Gewänder an Kleiderständern, Berührungsreliquien, in die meine Tochter wie in Kokons kroch. Die Heilige, von der sie stammten, war Gisela. Das Kind überglücklich.

„Willst Du vielleicht mal bei mir übernachten und Söfchen betreuen, wenn ich nicht da bin“, fragte Gisela. Sie hatte Lesungen am anderen Ende der DDR und bislang noch keinen Katzenbetreuer gefunden. Ich wusste aus diversen Besuchen in ihrer Wohnung um Söfchens  Aggressionspotenzial gegenüber Fremden, aber auch wie man es außer „Kraft“ setzen konnte mit frischem Schabefleisch.

Gisela fuhr zu ihren Lesungen. Kaum war die Tochter mit Söfchen allein in der Wohnung, rettete sich die 12jährige vor der fauchenden Wadenbeißerin mit einem Pfund Schabefleisch und ihren Schulsachen mit einem Sprung auf den Arbeitstisch der Dichterin. Sie fischte mit Giselas längster Metallschlange nach dem Telefon, und rief nach Rettung aus dem Raubtiergehege, in das sie geraten war.  Galeristin und Hausfreundin Dörte erschien und sah das Kind mit Giselas Schmuck behangen auf dem Dichterinnentisch zwischen Novalisbüchern und Nazim-Hikmet-Gedichten,  Schabefleischklümpchen werfend auf Söfchen, die diese mit hoch gestelltem Schwanz in Kampfposition verschmähte. Noch nach Wochen wurden als Ursache üblen Geruchs Fleischreste auf Tapete und Scheuerleisten ausfindig gemacht.

Giselas geliebte Sophia war übrigens ein Geschenk des Dichters Hinnerk Einhorn, benannt nach Novalis‘ Geliebter.  Die Westberliner Katze Leila hatte den Umzug der Herrin in den real existierenden Sozialismus mit ihrem Ableben quittiert.

Die Affinität meiner Tochter zu Giselas Schmuckschlangen erstaunte mich und rief mir  die wunderbaren Stellen in meinem Lieblingsbuch „Müllname –  Vom Abschied der Gegenstände“, 1984 beim  Verlag Eremiten-Presse, Düsseldorf erschienen, ins Gedächtnis.

„Er erkannte blinzelnden Auges zwei Drahtstummel, die sich wie giftige Vipernzungen aus der Decke wanden. Mein Gott, was ist passiert, fragte Herr Kunert“, heißt es dort gleich auf den ersten Seiten.

Das Buch verdankt seine Entstehung einer kleinen Nachricht aus dem Tagesspiegel: eine Rentnerin  wurde Opfer einer Verwechselung. Eine Wohnungsauflösungsfirma hatte sich im Stockwerk geirrt. Die gesamte Habe der alten Frau befand sich bereits auf der Müllkippe, als sie vom Wochenendeinkauf heimkehrte und ihre Wohnung besenrein vorfand.  Was Giselas Kopfkino aus dieser Zeitungsnachricht  in „Müllname“ gemacht hat, ist ein sprachliches Meisterwerk und nicht allein das, es ist eine Allegorie auf unser Verhältnis zu den Dingen. Ich war derart begeistert von dem Buch, dass ich es noch handwarm vom Lesen, zu Ulla Werner ins Maxim-Gorki-Theater brachte, weil mir das Ein-Frau-Bühnen-Stück „Müllname“ mit ihr in der Hauptrolle bereits vor Augen stand. Hat leider nicht geklappt. Die schönsten Ideen vertrocknen irgendwann im Kopf, wenn man den richtigen Leuten zu deren Verwirklichung nicht im richtigen Moment begegnet.

1997 dann die sich seit längerem abzeichnende Flucht der Dichterin aus der Berliner Republik nach Weimar. Sie suchte, um ihre Schreiblust zu fördern, das Kleinteilige, Überschaubare, Beschauliche.

Autoren

Autoren

Wir hatten in diesem Jahr nicht wenige gemeinsame Auftritte.  Bei langen Autofahrten zu zweit blieb es nicht aus, dass wir uns gegenseitig auch über unsere momentanen „Kampfzonen“ informierten.  Auf dem Marktplatz Weimar gibt es Dank eines dreieinhalbjährigen „Kraft“-Akts von Gisela seit 2001 eine in den Boden eingelassene Platte:  Hier stand das Haus, in dem Jean Paul von 1798-1800 lebte und arbeitete.  Ein Stolperstein der besonderen Art. Wer Gisela Krafts Roman „Madonnensuite“ (1998 Verlag Faber & Faber) gelesen hat, in dem es ein fiktives Gespräch zwischen Tieck, Novalis und Jean Paul (alias Johann Paul Friedrich Richter 1763–1825) gibt, versteht, warum ihr die Ehrung von Jean Paul in Weimar ein Herzensbedürfnis war.

Ich musste die Bodenplatte auf dem Marktplatz unbedingt in Augenschein nehmen. Es war Markttag. Auf dem eingelassenen Gedenkstein stand ein Verkaufsstand. Wir krochen – Widerrede zwecklos – unter den Stand. Das machte uns sofort verdächtig. Die Marktfrau ließ ihre Kunden stehen, bückte sich zu uns hinunter. „Haben sie etwas verloren?“ „Nein“, sagte Gisela, „ich wollte meiner Freundin zeigen wo das Wohnhaus…“ Die Marktfrau keifte: „Hier hat keiner gewohnt, hier steht Mittwochs und Sonnabends mein Stand. Schon immer. Wenn Sie nichts kaufen wollen, verlassen Sie bitte meinen Stand!“

Ich nannte Dich an diesem Tag die Sisyphus-In. Dir war kein negatives Gefühl von Vergeblichkeit anzumerken.  Wir hakten uns unter und gingen Schnaps trinken. Die Unmengen Schnaps, die Dein Körper vertrug, sind  mir heute noch ein Rätsel.

2006, als man der Poetin Gisela Kraft den Weimar-Preis verlieh war sie, wie auch 2009, als sie für ihre Nazim-Hikmet-Nachdichtungen den Christoph-Martin-Wieland-Preis erhielt, die strahlende Sonne Thüringens  – eine Zeitung titelte: Kraft im Glück. Nur wenige Freunde wussten zu diesem Zeitpunkt, dass die anthroposophisch ausgebildet Gebildete einer schulmedizinischen Behandlung ihres Krebsleidens nicht zugestimmt hatte. Die Gründe habe ich nie verstanden, sie aber – weil ich sie geliebt habe – sogar in ihrer Verweigerungshaltung bestärkt.

Nur ein Jahr lang konnte sie die späte Anerkennung ihres Werkes genießen, bevor sie ihrem Krebs erlag.

Einmal gab sie mir ihr Tagebuch zu lesen. „Schau mal hier, da war ich noch nicht einmal zehn, meine erste Selbstreflexion“ – die junge Westberliner Bürgertochter Gisela Kraft notierte ein Jahr nach Kriegsende: „Warum bin ich allein ich, alle anderen sind nicht ich? Warum ist es immer so schwarz, wie bin ich hierher geraten?“

Ich würde gern beim nächsten Weimarbesuch auf dem Marktplatz eine Bodenplatte aus Kupfer aufsuchen, auf der steht:

In dieser Stadt lebte und arbeitete von 1997– 2010 die Dichterin, Schriftstellerin und Übersetzerin Gisela Kraft. Du fehlst. Deine Freunde und die Stadt Weimar.

Wollen wir alle zusammenlegen?

Der Pappkamerad

Capitol Schwerin

Liebe Meck-Pomm-Meer,

wir freuen uns in diesem Sommer sehr auf ein Konzert im Filmtheater Capitol in Schwerin, dem Austragungsort von Deutschlands kleinem, feinen, innovativem Filmkunstfest, zu dem wir zwar nicht eingeladen wurden, aber dafür kurz danach, wenn die roten Plüschsessel noch cineastenangewärmt sein werden.
Und darum spielen wir in Schwerin auch unser Film-Song-Projekt AltTag. Wer sich Karten sichern will – an der Kinokasse des Capitol sitzt dieser Pappkamerad in Lebensgröße. Nein, das ist nicht das Konterfei von Herrn Mattenklott, dem Theaterleiter, auch nicht der Hinweis auf: „Diesen Job könnten Sie haben…“.
Das ist norddeutscher Humor. Als ich letztes Jahr vergeblich versuchte, bei dem Kameraden, wartend, dass der seine Schockstarre aufgibt,  eine Kinokarte zu kaufen, hab ich 10 Minuten meiner noch verbleibenden  Lebenszeit eingebüßt. Die werde ich am 10. Juni wieder einholen, indem ich die Songs im doppelten Tempo singe.

Abschied

Am 6. April ist Burkhart Seidemann, Theologe, Pantomime, Theaterleiter, Regisseur,  Fantast, Realist, Utopist, Menschen Zugewandter, sich um andere Seelen Sorgender  in Berlin mit 72 Jahren gestorben.
Vor einigen Jahren hatten wir uns mal als Frau Merkel & Herr Kohl zum Neujahrsempfang der LINKEN unters Volk gemischt und unter unseren Gummimasken Tränen gelacht über manch moralinsaure Reaktion unserer in feines Tuch gehüllten Parlamentarier.

Frau Merkel und Herr Kohl Silvester 2013

Mensch Burkhart, nun warten Deine Bücher in der Stargarder Strasse darauf von uns mitgenommen, gelesen und gehütet zu werden.

Seidemann (2) - Kopie Seidemann (1) - Kopie
Du fehlst!!!! Schon jetzt !!!!! Wir waren diese Woche verabredet. Warum ging es plötzlich doch so schnell?

Sicher wirst da oben Jean Pacalet wiedertreffen und  auch Bettina Schubert vom Hackeschen Hoftheater, Deiner langjährigen Wirkungsstätte. Und irgendwann werden auch wir uns wiedersehen. Denn der Tod ist ja  keine Erfahrung,  sondern eine Widerfahrung, die nur in den Herzen der Weiterlebenden  ausgehebelt werden kann.

In Traurigkeit und Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit hier unten.

Deine Barbara

Happy Birthday, Bob Dylan!

Happy Birthday, Bob Dylan!Es gratulieren US-Songwriter-Legende Judy Collins, Peter Maffay, Helen Schneider, Carl Carlton, Barbara Thalheim & Christian Haase, Ella Endlich und Max Prosa und viele mehr…

Songs wie „Knockin’ On Heaven’s Door“, „Blowin’ In The Wind“ oder „Like A Rolling Stone“ machten Bob Dylan zu einem der wohl erfolgreichsten Künstler aller Zeiten. 2016 erhielt er seinen 12. Grammy Award für das „Best Historical Album.“ Seine wortgewaltigen Songtexte wurden mehrfach ausgezeichnet, 2008 sogar mit dem Pulitzer Preis für „lyrische Kompositionen von außerordentlicher poetischer Ausdruckskraft.“

„Elvis hat den Körper befreit, Bob Dylan den Geist“ – Bruce Springsteen

Dieses Jahr feiert der Ausnahmekünstler Bob Dylan seinen 75. Geburtstag. Das nimmt der Berliner Wintergarten zum Anlass, den Ehrentag von einem der größten Singer-Songwriter aller Zeiten gebührend zu zelebrieren– mit einem Tribute-Konzert der ganz besonderen Art.

Die Musikgeschichte Bob Dylans begann im New-Yorker Greenwich Village, dem Hauptanlaufpunkt für Musiker jener Zeit. Insbesondere die revolutionäre Folk-Szene und deren Vertreter Woody Guthrie und Pete Seeger haben Dylan in seinen musikalischen Anfängen entscheidend geprägt, es folgten weitere Einflüsse durch die Rock-, Country- und Blues-Musik. Umgekehrt hatte auch Dylan in den 1960er Jahren maßgeblich Anteil am Werdegang der Folkmusik. Mit dem Erscheinen seines ersten Albums 1962 wirkte er zudem nachhaltig bei der Entwicklung der Popmusik mit. Es folgten 35 Studioalben, darunter 13 No.1- Hits. Seine Kompositionen prägten die gesamte Musikindustrie und inspirierten viele Künstler.

Eine musikalische Fusion der Genres: bunt, gewagt, spannend!

Dieses beeindruckend große und genreübergreifende Wirken Dylans auf die Musikwelt zeigt auch das große Tribute-Konzert am 24. Mai im Berliner Wintergarten. Die musikalischen Gäste von HAPPY BIRTHDAY BOB DYLAN könnten kaum unterschiedlicher sein, jedoch verbindet sie alle eines: Die Liebe zu Dylans Songs. Freuen Sie sich auf die US-Songwriter-Legende Judy Collins, Peter Maffay, Max Prosa und viele mehr.

Die Singer-Songwriter-Legende Judy Collins aus den USA begann, genau wie Bob Dylan, ihrer Karriere im New-Yorker Viertel Greenwich Village. Doch nicht nur dies verbindet die beiden Musiker. Auch sie orientierte sich an Woody Guthrie, dem beide anfangs stilistisch folgten. Bereits in ihren frühen Zeiten sang Judy Collins Songs von Bob Dylan und zeigte großes Interesse an dessen Arbeit, stand sogar gemeinsam mit ihm auf der Bühne. 1969 gewann sie einen Grammy Award für die „Beste Ethnofolk oder traditionelle Folk-Aufnahme“ und etablierte sich als feste Größe der Folkszene. Nun kommt sie nach 1971 zum erst zweiten Mal nach Deutschland, um unter anderem bei HAPPY BIRTHDAY BOB DYLAN im Wintergarten mitwirken zu können.

Mit 17 Nr.1-Alben, sechs Echos (unter anderem 2010 für sein Lebenswerk) und unzähligen weiteren Preisen und Auszeichnungen sowie seinem sozialen Engagement ist Peter Maffay einer der erfolgreichsten deutschen Rock- und Pop-Künstler. In den 1960er Jahren spielte er mit seiner damaligen ersten Band „The Dukes“ unter anderem Songs von Bob Dylan – und wurde insbesondere durch die Friedensorientierung Dylans inspiriert, eigene Lieder zu schreiben. Aufgrund seiner Begeisterung für die amerikanische Folk-Größe überrascht es nicht, dass Peter Maffay seine musikalische Beteiligung sofort zusagte, als er von dem Geburtstags-Konzert im Wintergarten erfuhr.

Auch die New-Yorkerin Helen Schneider ist Teil der außergewöhnlichen Mischung an Musikern beim Tribute-Abend zu Ehren Bob Dylans. Die heutige Berlinerin ist ein großer Dylan-Fan und coverte 1979 bereits seinen Song „Just Like A Woman.“ Mit ihrer eindrucksvollen Stimme und ihrem musikalischen Repertoire von Rock, Jazz, Chanson bis Musical hat Helen Schneider bereits unzählige Preise gewonnen.

Seit 1973 ist Barbara Thalheim auf der Bühne zu Hause und zählt zu den bekanntesten Singer-Songwritern unseres Landes. Die Vocal- und Chanson-Sängerin wird geliebt für ihre stets ehrlichen, kritischen und poetischen Songtexte. Im Wintergarten präsentiert Barbara Thalheim zusammen mit Christian Haase eine ganz besondere Interpretation.

„Küss mich, halt mich, lieb mich.“ – Ella Endlich ist ein gefeierter Schlagerstar. Im Februar nimmt die Berlinerin am diesjährigen deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil und will mit ihrem Titel “Adrenalin” das begehrte Ticket nach Stockholm ergattern. Mit ihr trifft bei HAPPY BIRTHDAY BOB DYLAN deutscher Schlager auf amerikanischen Folk. Man würde die Sängerin wohl am wenigsten auf einem Bob Dylan Tribute-Konzert erwarten, doch auch sie liebt die Vielfältigkeit seiner Songtexte.

Als „Berlins Bob Dylan“ wurde der Neuköllner Max Prosa nach dem Erscheinen seines ersten Albums gefeiert. Der 26-Jährige Folk- und Country-Rock-Sänger ist der Künstler, der nicht nur stilistisch, sondern auch optisch Bob Dylan am stärksten ähnelt. Seine Songtexte sind intelligent und tiefgründig und sein Mitwirken im Wintergarten eine unentbehrliche Bereicherung des großen Bob Dylan-Abends.

„Jeder Songwriter nach ihm trägt sein Gepäck“ sagte Bono von U2 einst über Bob Dylan – und genau das beweist der Berliner Wintergarten am 24. Mai 2016 mit einer bunten und aufregenden Mischung an Interpretationen seiner Songs. Sie dürfen gespannt sein!

Romantik digital

Eine ganze Reihe der Thalheim-Platten aus den vergangenen Jahren sind nur noch schwer zu bekommen. Nicht immer lohnen sich Nachauflagen und die Zahl der Plattenläden sinkt und sinkt. Deshalb sollen in diesem Jahr mehrere Scheiben in Form von Bits und Bytes reanimiert werden. Das ist auch einfacher für diejenigen, die gar keinen Platz mehr für CDs in ihrem Leben haben.

Den Anfang macht  eine ausgefallenere Produktion aus dem Jahr 1992, damals erschienen bei Nebelhorn: „So laßt uns scheinen bis wir werden“. Sie enthält 27 Lied- und Textbeiträge, Interpretationen von Werken der Romantik. Die mp3-Version erscheint heute, am 12. Februar 2016.

Aus dem damaligen Begleitheft:

So lasst uns scheinen bis wir werden„Romantik ist kein Epochenbegriff, sondern eine Weltanschauung“, schreibt der Musikwissenschaftler und Germanist Peter Rummenhöller. Musikalische Romantik, was ist das? „All mein Gedanken, die ich hab…“ – wir denken an Brahms. Aber romantische Musik, woran denken wir da? Was ist heute – im bejahenden wir im kritischen Sinne – nicht alles romantisch: das Tal mit dem rauschenden Bach (in natura wie auf der Kitschpostkarte), die Kreidefelsen auf Rügen (in natura wie bei Caspar David Friedrich), die Stimmung bei Kerzenschein (in einem kleinen Restaurant oder in der TV-RTL-Serie), der „romantische Typ“ an sich, die Interpretation eines Schubert-Liedes von Elisabeth Schwarzkopf?

In der gängigen Musikgeschichte spricht man gern von der Epoche der Romantiker, von Schubert bis Richard Strauss, von Brahms bis Wolf, und meint damit vor allem die Ton-Dichter des Liedes des 19. Jahrhunderts bis in das 20. Jahrhundert hinein.

Die ersten literarischen Romantiker wurden noch in den sechziger Jahren des 18. Jahrhunderts geboren. Joseph von Eichendorff veröffentlichte seine letzte Gedichtsammlung 1837 als Spätest-Romantiker. Denn seit 1830 ging die Literatur bereits andere Wege: „Poetischer Realismus“ hieß jetzt, was man davor Romantik nannte.

Man kann sich darüber streiten, ob das „Anbeten der Vergangenheit“ als ein wesentliches Merkmal der romantischen Kunst überhaupt geprägt wurde von einem negativen Blick auf die Gegenwart – oder ob die tatsächlich vorhandene negative Gegenwart eine Art Flucht in die romantische Wirklichkeit befördert hat.

Die Kunstgattung Romantik lebt im Spannungsfeld zwischen erlebter Endlichkeit und ersehnter Unendlichkeit. Sehnsucht und Vergangenheit sind Schlüsselbegriffe der romantischen Weltanschauung. Eine Art Rückwärtsgewandtheit, verbunden mit dem Ungenügen und der Kritik an der Gegenwarte, macht die Wirkung der Romantik in der Kunst aus. Kein Schelm, wer Arges dabei denkt. Es gibt durchaus Parallelen.

B. Thalheim

Post aus Deutschland

Über eine „Fanpost“ habe ich mich in den vergangenen Tagen besonders gefreut. Ich möchte das daher hier dokumentieren:

Hallo Frau Thalheim,

Während einer Recherche, um meinen Lebenslauf schriftlich zu komplettieren, stieß ich auf Ihren Artikel über Guinea Conakry von 2010. ich muss sagen dass ist wirklich ein schönes Stück Arbeit, es erinnert mich an meine Heimat, denn ich komme aus Guinea, bin dort aufgewachsen und habe vieles erlebt. An diesem Morgen war dies das einzige was mir sowohl ein Lächeln als auch eine Träne ins Gesicht zaubern konnte. Dafür möchte ich Ihnen alle mal erstmal danken, und würde, sofern es Ihnen genehm ist gerne einige Informationen mit Ihnen austauschen. Ich war 2005 das letzte mal in Guinea, seitdem bin ich hier in Deutschland und mit meinem Leben und der Arbeit beschäftigt.

Ich würde mich über eine Konversation mit Ihnen freuen.

Danke im Voraus, und einen angenehmen Arbeitstag.

Lieben Gruß,
Mohamed Y. J.

Ich habe mich natürlich zurückgemeldet:

Jaa, lieber Mohamed Y. Jallo,

Auch ich habe mich sehr über Ihre Mail gefreut.
Bei all dem Bullshit, der zur Zeit im Netz über Asylsuchende in Deutschland kursiert, tut so eine Mail richtig gut.
Zu meinem Guinea-Artikel gibt es noch einen kleinen Film – anbei der Link.
Entscheidend für das Verhältnis zu anderen Menschen auf diesem Planeten ist immer die persönliche Begegnung. Je mehr Fremde, desto weniger Angst vor Fremden.
Ich melde mich bei Ihnen.
Liebe Grüße,
Barbara

Cabu

Cabu

Cabu

Heute vor einem Jahr wurde in Paris fast die gesamte Redaktion der Zeitung „CHARLY HEBDO“ erschossen.

Auch der kleine verschmitzte Mann mit Pagenfrisur,  der aussah, als wäre er ein im Mittelalter aus einem Benediktinerkloster entlaufener Mönch.

Jean Cabut , 1938 – 7.1.2015, genannt Cabu, war gern gesehener Karikaturist  in französischen Ferseh-Talkshows.

Cabu mit Werkzeug

Cabu mit Werkzeug

 

Ich lernte ihn in den 90er Jahren in einer ARTE Sendung kennen, in der er Mitwirkende – so auch Jean Pacalet und mich – karikierte. Wir freundeten uns an.

Cabu schenkte uns Zeichnungen, u.a. die, de es auf das  Cover unserer CD „Fiere de ma grande Gueule“ schaffte.

Cabu, ich denke heute an Dich, an Deinen großartigen Humor, der treffen, ja auch verletzen konnte, aber niemals töten.

in memoriam
Barbara

Grafik von Cabu auf dem CD-Cover

Grafik von Cabu auf dem CD-Cover

 

Das NEUE JA…

… musste ich mir dieses Mal „erarbeiten“, und zwar im „Silvestival“ von Arnulf Ratings Maulheldenvarieté im Kleistforum Frankfurt/Oder.

Hier einige Probenfotos vom 31.12. mit meinen Musikussen
Rüdiger Krause, Felix Otto Jacobi und Topo Gioia.

Als der Bus mit den Mitwirkenden am 1.1.2016 früh um 6 Uhr ins rauchverpestete Berlin einfuhr, waren die Trottoirs bedeckt mit Feuerwerksresten; einige Totalabgefüllte torkelten bekotzt, bepisst über Straßen und Plätze, Feuerwehren kreuzten sich. Die Luft war Amoniak und Schwefel geschwängert. Ein Hund saß winselnd und zitternd hinter einem überbordenden Mülllcontainer, aus dem Ratten sprangen.

Wenn man mich (als NEUES JAHR) so begrüßen würde – ich würde gar nicht erst erscheinen.

Ich hab mir zwischen meinen Auftritten im Silvestival von Rating auch Kollegen ansehen können und möchte hier ein Loblied auf die Herren Niels und Tschirpke singen.

Und falls mir jemand einen Ort in Deutschland mit hundertprozentiger Stillegarantie am 31.12. nennen könnte,wäre ich…….

mehr als dankbar.

B. Thalheim

Jahresendgedanken

Nun ist es fast vorbei – das Jahr 2015.
Für Böller und Neujahr-Begrüßungsraketen werden allein in Deutschland heute, morgen, übermorgen 129 Millionen Euro ausgeben. 2005 waren es „noch“ 96 Millionen.
Man stelle sich den 31.12. mal so vor: Abendstimmung, ein total leises Land stellt die Uhren um auf Anfang und sammelt (ob seines Reichtums) in Demut das Geld ein, das es Umwelt verpestend verballert hätte.
Mit dem Geld werden LAGESO-Mitarbeiter, Sozialsenatoren, geistig behinderte Bayerische Politiker gecoacht, Flüchtlingsheime auf Spiekeroog gebaut und stiernackige Thor-Steinar-Dumpfbacken aus Garz (Usedom) in die afrikanische Sonne zum Brunnenbauen verschickt.
129 Millionen Euro dafür, dass die Verhinderer einer Bunten Republik Deutschland gehirngewaschen werden. Das könnte reichen. Wir schaffen das!

Silvestival in Frankfurt (Oder)Ich freue mich erst einmal auf das Silvestival 2015 am 31.12. mit Arnulf Rating im Kleistforum Frankfurt/Oder. Bei so einer netten Ankündigung von Thalheim & Band könnte der Versuch aktuelle Songs in ein Silversterprogramm zu schmuggeln vielleicht klappen. Anstelle von Wiglaf Droste wird Marco Tschirpke das Ensemble mit seinen Lapsus-Liedern komplettieren. Harry Rowohlt – Gott hab ihn selig – meinte zu Marcos – der Mann ist eigentlich Pianist – genialen Versen:
„Wem Heinz Erhardt zu naiv-kindlich, Robert Gernhardt zu unpolitisch und Goethe zu langohrig ist, der findet in Marco Tschirpke auch keine Alternative.“

Mein linker, linker Platz ist leer – auf die Busfahrt nach Frankfurt – wünsch ich mir den Marco her….. der Typ ist irgendwie ne Versicherung gegen den Verblödungsgrat der Gesellschaft.
Soll heißen ein Wendehoffnungsträger!

Deshalb tut mir auch Christian Haase, der Rockpoet, recht gut. In meiner aktiven „Tournierungszeit“ hätte ich nie daran gedacht, mich mit einem Rocker zu DUO-lieren. Und nun ist das nächste Jahr mit unserem Programm „Krampf der Generationen“ fast durchterminiert. Schön ist mit Haase auf der Bühne, vor allem seine Lieder zu begleiten, mitzusingen, noch schöner aber ist unser Austausch zu allem was Läbn so ausmacht. Neulich hat mich der Jungspund gefragt wer Franz Hohler ist. Ich wollte wissen, wie das „erste Mal“ bei ihm war. So „technisch“. Dreizehn war er. Hallelujah. Da kam ich mir fast wie Siebzig vor. Den Rest kann man im Programm „Krampf der Generationen“ erfahren.

Ich wünsche uns allen ein bewusstes Hinübergleiten ins NEUE JA und – frei nach Gundermann – Fernseher aus, Sternschnuppen an „…ich will so lang die Sterne zählen, bis mir die Zahlen fehlen“ (aus einem Haase-Song).

Den Hiddensee-Freunden und -fans gezeitengewaltige Spaziergänge am Meer!

Ich freue mich auf ein gutes Silvesterkonzert mit meiner Band, in der sich jetzt der geniale Kontrabass-Dompteur Felix Otto Jacobi öffentlich beim zärtlich- sinnlich- groovenden Umarmen und Traktieren seiner „Oma“ zusehen läßt.

Auf ins 2016er Jahr und gutes Tun, jeder an seinem Platz!

Barbara Thalheim

Atmosphäre 2 – K(r)ampf der Generationen

Hier gibt es noch einige Impressionen vom „K(r)ampf der Generationen“ in der Kulturgießerei Schöneiche (November 2015). Die Fotos stammen von Matthias Rauhut – herzlichen Dank dafür!

Nominierung von „AltTag“

Preis der Deutschen Schallplattenkritik

Mit Freude vermerkt: die DVD „AltTag“ wurde vom „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ in gleich zwei Kategorien nominiert. Wer grad ’n Glas zur Hand hat: an den Mund führen. Aber bitte erst füllen, wenn’s geklappt hat…

K(r)ampf der Generationen

29.8.2015 aufgezeichnet im Kulturstall Userin durch Sabine Pankratz.
Die Sommerkonzerte „K(r)ampf der Generationen“ mit Christian Haase waren ein einziges Vergnügen. Wer hat mir eigentlich diesen Jungbrunnen in mein Leben geschickt? Volle Häuser, beseelte Menschen, hoher Tempotaschentuchverbrauch. Das nächste Mal gibt es dieses Programm am 3. Oktober in der Baderscheune Eilenburg – wir freuen uns auf Euch!

DVD „AltTag“ erschienen

Für 17 EUR im Shop zu haben

DVD im Shop

Am 5. Juli 2015 erschien die DVD „AltTag“.

„Mitten im Leben, in der endlosen Weite eines Nachmittags, überschreitet das Selbst die Hälfte des Lebens.“

So poetisch hat der Philosoph Wilhelm Schmid vom Altwerden gesprochen. Bei mir war es ein früher Morgen, an dem ich dachte: Dein Alltag heißt ab jetzt AltTAG.

Die Zeit vom Älterwerden zum Altsein, das letzte Lebensdrittel, wird oft Lebensabend genannt. So, als wäre da eine Zielgerade, auf der man passiv, heiter und gut betreut in sein Grab schlendert. Lebens-Abend. NEIN!

Sicher, es gibt schöne Abende in einem langen Leben, den einen Lebensabend aber gibt es nicht.  „Leben muss man ein ganzes Leben lang lernen.“ wusste schon der römische Philosoph Seneca vor zweitausend Jahren.

In den letzten 160 Jahren hat sich die Lebenserwartung der Menschen in Europa um jährlich drei Monate erhöht. „Toll!“, denke ich, und hoffe an dem Geschenk der Langlebigkeit teilzuhaben. Aber nicht an den damit verbundenen Problemen.

Was Jugend ist, wusste jeder Mensch zu allen Zeiten, denn jung war jeder einmal. Was aber Alter, eine vorwiegend alte Menschheit für unseren Planeten bedeuten wird, weiß heute niemand. Denn Altwerden war in allen Kulturen vor uns nur wenigen beschieden. Die meisten von uns, die heute Lebenden, werden viel länger da sein als unsere Vorfahren.

Aus diesen Überlegungen entstand das Bühnenprogramm mit Lie­dern, Texten und Filmen über das Alter. Viele Lieder sind eigens für das Programm geschrieben worden, andere entstanden schon in den 1970er und 80er Jahren und wurden für das Bühnenprogramm adaptiert.

Im Austausch mit Freunden wuchs bei der Arbeit an diesem Projekt die Idee, Dokumentarfilm-regisseure, Fotografen, Animationsfilm-Designer, Kameraleute sowie eine Bühnenbildnerin um eigene künstlerische Deutungen meiner Lieder zu bitten. Die nun vorliegende DVD ist ein Extrakt des gleichnamigen Bühnenprogramms. Sie enthält die 12 zu den Songs gedrehten Filme und Videoclips. Manche bleiben nah an den Liedern, für andere sind die Lieder Anlass für eigene Erkundigungen und Assoziationen.

Sie erzählen vom Altwerden und Altsein,  von der unter ihren Bewohnern ächzenden Erde, davon, wie sich ein Mensch fühlt, der seine Arbeit verloren hat. Von der Sehnsucht nach einer Freiheit, die allen gehört, von der Feigheit des Einzelnen, sich gegen die Mehrheit zu stellen. Auch davon, dass das Machbare nicht gemacht wird, während der Mach­barkeitswahn wächst. Die Filme erzählen von der nicht so seltenen Einsamkeit im Alter und von der VIELLEICHT AUCH SELTENEN FREUDE, IM ALTER NOCH KREATIV ZU SEIN – MIT ANDEREN ZUSAMMEN.

Dank einer wundersamen modernen Technik wird gemeinsam mit einem Musiker musiziert, dem kein Altwerden beschieden war, der bei uns ist, aber nicht mehr unter uns und natürlich geht es um die Erinne­rung an Menschen, die uns prägten

  • Vertrieb für den Handel: Indigo
  • Kat.-Nr. DVD 11236-8
  • 8-seitiges Digibooklet

Sie können die DVD direkt hier im >>> Shop bestellen (17 € + 2 € Versand).

zu Besuch bei radioeins

radioeinsWann schleicht sich in unseren Alltag zum ersten Mal das Alter? Diese Frage stellt die Songpoetin der DDR, Barbara Thalheim, die bereits ihr 40jähriges Bühnenjubiläum hinter sich hat. Antworten darauf gibt es in Barbara Thalheims neuen multimedialen Bühnenprogramm namens „AltTag“ – mit Liedern und Videos über das Altern, über Meinungen, Menschen und Vorurteile – >> in der Mediathek: am 19.11.2014 im radioeins-Studio zu Gast.

WDR 5 – Erlebte Geschichten

WDR-Geschichten

Link zur Sendung

Diese Sendung des WDR-Hörfunks ist in der ARD-Mediathek abgelegt und kann dort problemlos angehört und auch heruntergeladen werden.

„Erlebte Geschichten – das sind gut 20 Minuten lang die persönlichen Schilderungen von Menschen, die mindestens 65 Jahre alt sind und detailgetreu, dicht und anekdotenreich wichtige Abschnitte ihres Lebens erzählen. Nichts ist so lebendig wie die gesprochene Sprache und auch nichts so authentisch.“ (WDR)

>> Direktlink zur Sendung

lasbandidas „Überfall“ Interview mit Barbara Thalheim

Interview zu dem neuen Programm „Zwischenspiel“ 2014 Berlin

Bandmitglieder: Rüdiger Caruso Krause (Jazzgitarre), Bartek Mlejnek (Kontrabass), Topo Gioia (Perkussion)

Nach vier Jahren hat die Berliner Liedermacherin Barbara Thalheim eine neue CD veröffentlicht. Auf der singt eine, die ganz offensichtlich nicht nur ihr Markenzeichen, ihre Mähne abgelegt hat. Die neue Thalheim ist Frontfrau einer jazzig-groovenden Performance.
Tänzelnd bewegt sie sich zwischen ihren jungen Musikern, die auch ältere, bekannte Thalheim-Songs mit ungeheurer Leichtigkeit neu interpretieren.
„Das Neue liegt einerseits in Thalheims Stimme, die sich gleichzeitig reifer und unbeschwerter anhört — als hätte das Sandpapier der Lebensjahre die Stimm- und Seelenbändern genau an den passenden Stellen für Melancholiebe und Melanchozorn geschliffen“. (ND, Martin Hatzius)

https://www.youtube.com/watch?v=InfyLvfOGlU

Interview mit Barbara Thalheim

Ulrike Hempel, Mai 2010

UH: Auf Ihrer Homepage ist seit April ein Kurzfilm „Worte des Lebens“ über eine afrikanische Theatergruppe in Conakry, der Hauptstadt Guineas zu sehen. Werden Sie jetzt Filmemacherin?

Mit dem Film möchte ich vor allem der Theatercompagnie Tyabala in Conakry helfen. Die Gruppe hat eine exzellente Ausbildung an der Kunsthochschule Guineas erhalten. Aber noch nie haben die Spieler auf einer richtigen Theaterbühne gespielt. Denn es gibt dort keine Theater, überhaupt keine Bühnen mit Licht und Vorhang und Stuhlreihen und so sind die Spieler vor allem Sozialarbeiter mit theatralischen Handwerk für arbeitslose Jugendliche, d.h. für die Mehrheit der Bevölkerung dort. Das wollte ich publik machen. Auf den selbst gedrehten Film bin ich stolz, ein Ausflug zu neuen Ufern, den ich ohne die junge Cutterin Julia Pijagin nicht hingekriegt hätte. Vielleicht sieht ja Christoph Schlingensief diesen Film. Ich war im Januar 2010 für etwa einen Monat in Guinea. Um ehrlich zu sein, ich hoffe darauf, dass er Tyabala für sein Afrikaprojekt entdeckt. Sein Traum ist eine Begegnungsstätte für Afrikaner und Europäer, Festspielhaus, das in Afrika entstehen soll.

UH: Anfang der 80er sangen Sie mal ein Lied: Ich will nicht nach Amerika, ich muss nach Afrika. Das war komisch und politisch in einer Zeit, in der Ostberliner nicht einmal nach Berlin-Charlottenburg durften. Warum spielt Afrika heute in Ihren Bühnenprogrammen eine Rolle?

Sie spielen auf meinen Song: „Die Afrikanerin“ an und die dazu gehörige Geschichte? Das Lied entstand nach einer Senegalreise. Eine Analphabetin, die ich auf der Insel Gorée kennen lernte, stellt uns Europäern darin Fragen. In den letzten 15 Jahren war ich immer wieder in französischsprachigen Ländern Afrikas. Meistens auf Einladung der Goethe-Institute.

UH: Ihr aktuelles Programm „herzverloren“ hat aber nichts mit Afrika zu tun, sondern mit verlorenen Herzen?

Herz verloren heißt ein Lied von Renaud, dem enfant terrible der französischen Popmusik. Ich habe mit drei Dichter-Freunden fünfzehn aktuelle französische Chansons nachgedichtet und versucht der Musik zusätzliche Dissonanzen abzuringen. Nicht die „üblichen Verdächtigen“ von Brel bis Piaf, von Brassens bis Prevert, die schon hundertmal Nachgedichteten haben mich interessiert, sondern die in Deutschland kaum bekannten, die heutigen Stars in Frankreich. Zum ersten Mal in meinem über dreißigjährigen Sängerinnen-Leben habe ich Songs gecovert. Coverversionen sind Liebeserklärungen an Kollegen. Man muss sich fast mehr Mühe geben als bei eigenen Liedern und wenn man es richtig macht, werden die Songs auf magische Weise zu eigenen.

UH: Am 9. November vergangenen Jahres hatte in Magdeburg das Programm „Es möcht der Holunder sterben an eurer Vergesslichkeit“ Premiere, eine szenische Collage mit Gedichten aus der DDR, die Sie – selbst mitspielend – initiiert haben. Sie haben einmal scherzhaft gesagt, dass Sie sich diese Produktion mit zehn Studenten der Berliner Schule für Schauspiel in der Regie von Klaus Fiedler zum 20. Jahrestag des Mauerfalls „geschenkt“ hätten.

Eine künstlerische Idee zu haben, ist das eine. Sie nach marktwirtschaftlichen Gesetzen umzusetzen, etwas ganz anderes. Die meisten meiner Freunde sind wie ich unfähig auf der Subventionsbeschaffungsklaviatur Töne anzuschlagen. Außerdem sitzen in Jurys, die über finanzielle Zuwendungen für künstlerische Projekte zu entscheiden haben kaum Ostdeutsche meiner Generation. Als Künstlerin ohne Lobby muss man sich gar nicht erst um finanzielle Zuwendungen bewerben, das ist völlig sinnlos.
Die Holunder-Programm-Idee – der Titel verweist auf eine Gedichtzeile von Johannes Bobrowski – kam mir nach dem Lesen des Buches „100 Gedichte aus der DDR“, eine Anthologie des Klaus-Wagenbach-Verlages 2009. Die Lyrik der DDR gehört nun seit 20 Jahren zum kulturellen deutschen Erbe und ist doch weitgehend unbekannt. Das ist ein Unding. Deshalb wollte ich etwas für ihre Verbreitung tun. In sechswöchiger Probenarbeit entwickelten die jungen Schauspieler, der Regisseur und ich Spielszenen zu jedem Gedicht, von denen ich einige vertonte. Das war eine stressige, aber auch kreative Zeit. Die Aufführungen wurden euphorisch aufgenommen, wirklich. Die Arbeit hat sich gelohnt.

UH: Bekam wirklich keiner der beteiligten Künstler eine Gage?

14 Leute – Schauspieler, Techniker, Musiker, Regisseur – produzieren Kosten zum Beispiel Reisekosten, Requisiten, Programmhefte und Catering. Die Einnahmen von Theatern mit 90 bis 200 Plätzen, auch wenn sie besetzt sind, finanzieren zwar die Produktionskosten, aber keine Gagen. Für so ein Unternehmen braucht man eigentlich finanzielle Zuwendungen, wie sie für eine ähnliche Produktion mit Studenten der Ernst-Busch-Schule zur Verfügung stand. Allerdings war der künstlerischer Ansatz ein anderer: Zur Aufführung gelangten von der Stasi „einkassierte“ Texte von DDR-Autoren, was per se noch kein künstlerisches Qualitätsmerkmal von Texten ist. Wir legten mit unserem Programm den Schwerpunkt auf die Poesie des Ostens, die künstlerischen Bestand haben muss im vereinten Deutschland. Diese Sichtweise wird immer noch nicht gut gelitten von Leuten die meinen, dass nur das Ampelmännchen aus der DDR überleben soll.

UH: Vor allem dann nicht, wenn die Frau, die so denkt, selber Stasi belastet ist?

Kennen Sie den Gedichtband von Thomas Brasch „Wer durch mein Leben will, muss durch mein Zimmer“? Ein starkes Buch. Wer mein Leben verstehen will, muss mit mir durch meine turbulenten 70er Jahre. Ich war jung und leicht einzufangen. Jetzt bin ich über Sechzig und weiß: Leben kann man nur vorwärts, Leben verstehen nur rückwärts. Was ich über mich und mein Verhalten in den siebziger Jahren aus Akten der Staatssicherheit erfahren durfte, musste ich mit mir abmachen und in zwei, drei Fällen mit denen, die damals meine Freunde waren und die heute – so sie noch leben – nach wie vor meine Nähe und meinen Rat suchen. Wäre es nicht auch mal an der Zeit, über die Jahrzehnte lange Praxis westdeutscher Berufsverbote zu reden? Ich habe betroffene Freunde, die nicht erst seit der Einheit fragen, wann die BND-Akten geöffnet werden.

UH: Erscheint Ihnen ihr Leben manchmal fremd?

Sie meinen im Sinne Adornos: Es gibt kein richtiges Leben im falschen? Ich habe mir diese Frage genauso oft in meinem ersten Leben, wie auch in meinem zweiten, heutigen Leben gestellt. Früher waren Konflikte für mich oft ideologischer, jedoch niemals existenzbedrohender Natur, heute sind sie vor allem materieller und damit existenzbedrohend. Der Sprung vom real existierenden Sozialismus in den sozial reagierenden Existenzialismus ist nicht nur mir nicht gut gelungen.
Ich mache zu viele Sachen, ohne nach dem Gewinn zu fragen, soll heißen, ich lebe so weiter wie früher: Das Lustprinzip steht vor dem Gewinnprinzip. Es ist mir unmöglich das umzukehren. Nicht, weil ich nicht will, ich kann es nicht. Jeder Kulturverein, der nur lange genug am Telefon über seine Unterfinanzierung jammert, schafft es, mich für ein Benefizkonzert zu entflammen. Die Folgen sind klar: ich wäre vor kurzem beinahe aus der Künstlersozialkasse rausgeflogen.
Aber auch das Missverhältnis zwischen subventionierter Hochkultur und kaum subventionierter Subkultur tut sein übriges. Mittlerweile überleben Kleintheater dadurch, dass sie den gastspielenden Künstlern aus eigenen Überlebensgründen das volle Risiko überhelfen müssen – Saalmiete, Sozialabgaben, GEMA, Werbung, Versicherungen. Der Konzertmarkt für meine Szene befindet sich im freien Fall: der Besucher und nur der finanziert uns mit seinem Eintritt. Bleibt er weg, bleiben wir auf den Kosten sitzen. Dabei geht es auch anders. Zum Beispiel in der Schweiz. Die haben eine subventionierte Kleintheaterszene. Eine Commune, die kein Kleintheater unterhält, ist wie eine Kirche ohne Glockenturm.

UH: Würden Sie gerne eine bestimmte Form von Leben nachholen?

Nein, ich lebe im Heute. Was und wie ich gelebt habe, bleibt im Kopf, aber nach meinen, nicht nach aufoktroyierten Kindheitsmustern. Ich war beim Mauerfall noch nicht zu alt, um – in Umkehrung des dämlichen DDR-Slogans – einzuholen, ohne aufzuholen. Seither habe ich einiges gesehen von der Welt. Selten als Touristin, meistens in Verbindung mit meinem Job. So kann ich mich am besten anderen Kulturen nähern, weil die Menschen, die man als Künstlerin kennen lernt, ganz andere sind. Klar, ich bin aufgrund meines Alters, meiner Herkunft, meiner künstlerischen Handschrift eine Art Auslaufmodell. Eigentlich wäre es konsequent endlich von der Bühne abzutreten, die Säle in denen ich auftrete, werden sukzessive kleiner. Schon einmal habe ich mich 1995 von der Bühne verabschiedet. Es ging mir nicht gut damit. Insofern war die Entscheidung 1999 vom Rücktritt zurück zu treten und nun so lange zu singen wie die Gesundheit es zulässt, auch eine Überlebensentscheidung.

UH: Und wie kommen Sie damit zurecht?

Mal mehr, mal weniger gut. Die Angst ist der Taumel der Freiheit, sagt Kierkegaard. Die ausfransten Ränder der „totalen Freiheit“ mit Rechtsradikalismus, Bankencrashs und immer längeren Schlangen vor Sozialämtern machen mir Angst. Die Unumkehrbarkeit von wahnwitzigen deutschen Rüstungsimporten und ärmer werdender Bevölkerung will mir nicht einleuchten.
Kraft kommt aus schönen Momenten. Neulich hat mich ein Pfarrer aus Hamburg seinen Gästen zum eigenen 50. Geburtstag geschenkt. Ich kannte den Mann nicht persönlich, fuhr übellaunig hin und erwartete einen gut bezahlten Gig vor einer Pfarrgemeinde unterm Kruzifix. Aber ich spielte auf einer Bühne in einer Fabriketage vor 150 Gästen, von denen mich kaum jemand kannte und das Konzert wurde ein High Light. Unglaublich.

UH: Hat Älterwerden auch Vorteile?

Ich beobachte mich und meine Freundinnen dabei, wie wir langsam zu Neutren mutieren. Viele Aspekte, die menschliche Beziehungen verkomplizieren können, fallen weg, zumal zwischen den Geschlechtern. Bis vor wenigen Jahren sah ich ein männliches Gegenüber doch auch immer mit einem gewissen Testblick, ja, nein, oder, was? Das Wesentliche rückt mehr in den Mittelpunkt: wie man tickt, wie man denkt, wie man politisch orientiert ist, was man liest und ob einer den anderen trösten kann, wenn es drauf ankommt. Und eigentlich ist das vielleicht ein Äquivalent für verlorene Jugend. Wenn man es annimmt! Was mir nicht immer gelingt, aber ich gebe mir Mühe.

UH: Welches Gefühl hat Sie schon seit frühster Kindheit begleitet?

Scham ist mein vorherrschendes Kindheitsgefühl. Ich war Einzelkind und entstamme, wenn man so will dem „DDR-Adel“. Mein Vater war Kommunist, während der Nazizeit in der Emigration in Frankreich und im KZ Dachau, das er überlebte. Trotz behüteter Kindheit, schämte ich mich ausdauernd bis weit ins Erwachsensein hinein. Ich schämte mich für mich, für andere, für mein Versagen in der Schule etc. Außerhalb der Schule war ich Anführerin einer Gang, die geklaut hat auf Teufel komm raus, bis ich meinen „Raum“ gefunden hatte: die Kunst. Margekunst. Günter Gaus prägte für den Osten den Begriff der Nischengesellschaft. Das trifft es genau. In dieser Nischengesellschaft hatte ich mich rebellierend eingerichtet. Klingt paradox, ich weiß.

UH: Wer Sie heute auf Bühnen erlebt, erfährt viel über Frankreich.

Frankreich ist das Land des Chansons, ich bin eine Chansonnière und es ist das Land, dem mein Vater sein Überleben verdankt. Ich stehe gerade im Mailkontakt zu einer Erfurterin, die es nach der Wende in die französischen Pyrenäen verschlug. Sie arbeitet dort als Lehrerin und schreibt mir, dass sie sehr viele Dinge in Frankreich an die DDR erinnern würden. Diese Wahrnehmung teile ich absolut. Zum Beispiel das Lebensgefühl, das laisser-faire, das Gammelige öffentlicher Gebäude und Orte, das geschmacklose Interieur der meisten Kneipen, der überbordende Kitsch in vielen privaten Wohnstuben, aber auch die sozialen Netze der Menschen. Egal warum, Frankreich ist meine Refuge. Was für die Westachtundsechziger die Toskana ist, ist für mich seit dem ich Bundesbürgerin bin, die Loiret. Ich hätte diese Gegend gern als Zwanzigjährige entdeckt. Dafür klage ich niemanden an. Es ist okay, so wie es ist.

Heidelberger Chansonfest „Schöner Lügen“

Radiobeitrag über Barbara Thalheim anlässlich des Heidelberger Chansonfestes, gesendet am 8.2.2010 im Südwestrundfunk:

      Chansonfest

Radiofeature

Radiofeature auf DRS 1 (Schweizer Rundfunk, Zürich) vom 28.10.2009 von Anina Barandun
unter Verwendung einer Live-Sendung vom Frühjahr 1989 „Barbara Thalheim solo“, Millerstudio Zürich
und Ausschnitten aus einem Interview vom Oktober 2009. Länge: 48:41 min.