Buch: Vorm Tod ist alles Leben

edition zwiefach, 2011

Vorm Tod ist alles Leben ist keine Werkschau eines prallen Liedermacherinnenlebens, eher ein Nachweis, am "Marathon" teilgenommen zu haben und mit dem Mittelfeld ans Zeil gekommen zu sein.

Das Buch enthält Songtexte aus den letzten 10 Jahren und Kurzgeschichten aus jüngster Zeit. Im Vergleich zu ihren Kollegen ist Barbara Thalheim vielleicht die deutsche Singer-Songwriterin, die ihre Anstrengungen, sich aus der Herkunft und politischen Zeit heraus zu begreifen, am stärksten in ihre Lieder und Auftritte eingebracht hat. Sie ist keine Satirikerin, obwohl ihre Bühnenprogramme manchmal den Eindruck erwecken. Auch wenn sie komisch ist, meint sie es bitter ernst. Seit vierzig Jahren versuchen ihre Lieder, das Falsche im richtigen Leben aufzuspüren. Das Rezipieren strengt an und beunruhigt. Das ist beabsichtigt.

Barbara Thalheim wollte nie Sängerin werden, das Singen ist zu ihr gekommen. Ihr Beruf, so sagt sie selbst, ist das Zweifeln, ihre Berufung, dagegen anzukämpfen. Vitale Getriebenheit ist ein prägendes Element ihrer Biografie.

Nach über 20 veröffentlichten Tonträgern, dem Buch "Mugge" und mehr als einem Dutzend Bühnenprogrammen scheint der Graben zwischen Pro und Kontra nicht kleiner geworden zu sein. Das auszuhalten gehört zum Leben vorm Tod, genauso wie die kurzen glücklichen Augenblicke des Eins-Seins mit der anonymen Masse jenseits der "vierten Wand" des Bühnenauftritts.

Thalheims Weltblick ist nicht der einer gekränkten Idealistin, ist kein "Anrennen gegen", sondern die "Lust an".

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Preis: 17,00 €

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