Voller Virtuosität und Kraft
Buxtehude.

Die Franzosen im Saal waren hingerissen. Und die Deutschen waren es nicht minder. Am Sonnabendabend, als die Sängerin Barbara Thalheim und der Akkordeonist Jean Pacalet das Forum Süd eroberten, erlebte das Städtepartnerschaftsfest von Buxtehude und Blagnac einen virtuosen Höhepunkt. Mit stehenden Ovationen wurden die beiden Ausnahmekünstler in den Abend entlassen. ...
Barbara Thalheim, die den Abend voller Esprit moderiert, servierte dem deutsch-französischen Publikum ein Medley aus französischen Thalheim-Liedern und aktuellen französischen Chansons auf Deutsch.....sowie mit skurrilen Geschichten und Anekdoten gespickte Liebeserklärungen an die Kollegen der Grande Nation und an ein Land, an das die frankophile Berlinerin ihr Herz verloren hat. Man mag gar nicht glauben, dass Barbara Thalheim, als sie 1993 erstmals französischen Boden betrat, kein einziges Wort der Sprache beherrschte. In ihrem "Fière de man grande Gueule" ist nichts davon zu spüren und sie ist zurecht "stolz auf ihr großes Maul", mit dem sie die von ihr so verehrten Großen der Szene aufmarschieren lässt....
Nach zweieinhalb Stunden geht ein wunderschöner Abend zuende, der auch den beiden Protagonisten Spaß gemacht hat, und der für Barbara Thalheim vielleicht so etwas wie ein kleines "Heimspiel" gewesen ist: 1980 gewann sie als erste Interpretin (zumal als Ostdeutsche!) den Buxtehuder Kleinkunstigel, den der Verein frisch ausgelobt hatte....
Buxtehuder Tageblatt, 14.6.2010, Hannelore Aldag

Lieder mit Thalheim & Pacalet/ Magische Atmosphäre im ausverkauften Kulturkeller

...zum Glück redet Barbara Thalheim an diesem Abend nicht nur, sondern singt auch und das versöhnt den Zuhörer wieder völlig mit der kapriziösen Chansonsängerin. Denn in ihren Liedern öffnet sie geheimste Seelen- und Herzkammern, zeigt sich verletzlich, vertraulich, innig. ...Welche Funktion haben Liedermacher heute noch?, fragt sie irgendwann während des Abends und stellt damit vor allem sich selbst und ihr eigenes Schaffen und Tun in Frage. Dabei gibt allein diese "seltsame Republik, in der wir leben", schon Stoff genug für eine so energische und kluge Frau wie Barbara Thalheim...
TZ , ann, 10.6.2010

Heidelberger Chansonfest "Schöner Lügen"

>> Radiobeitrag, gesendet am 8.2.2010 im südwestrundfunk (mp3 stream)

(Dieser Beitrag ist eine Mischung aus Rezension und Interview und daher 2x auf dieser website zu finden.)

Presseausschnitte Barbara Thalheim 2004 - 2010

Ein perfekter Genuss der intelligenten Art
Stadtforum Bad Saulgau

...wer Barbara Thalheim und deren Lieder verstehen will, muss im Grunde auch ihre Geschichte kennen, in die sie durch ihre hintergründigen bis augenzwinkernden Anmoderationen auch reichlich Einblick gewährt....Sie veröffentlichte seit 1978 regelmäßig Schallplatten bei AMIGA. Ihr Repertoire bestand vor allem aus kleinen, listigen Liedern, die von der Bewahrung der Individualität in einer auf Vermassung ausgerichteten Gesellschaft berichteten. Politisch - im eigentlichen Sinne - wurden Thalheims Songs ab 1983. Mit Liedern, wie: "Gestern kam der Staat bei mir vorbei" oder "In den kleinen Städten", die nicht auf Schallplatte erscheinen konnten, gastierte sie bis zur Wende immer öfter in Kirchen. 1993 ging Barbara Thalheim nach Paris, wo sie den Akkordeonisten Jean Pacalet kennen lernte...
Das neue Programm "herzverloren" ist Thalheims Hommage an ihre französischen Chanson-Favoriten. Denn Coverversionen seien Liebeserklärungen an Kollegen, sagt sie.
Die Lieder sind frech, komisch, traurig, juxig, ostwestlich. Subtile Unverschämtheiten und lässig hingeworfene Aphorismen, Alltagserfahrungen, Seelenzustände , die einem vertraut sind, die aber mit hohem Erkenntnisgewinn neu vorgeführt werden. Barbara Thalheims ausdrucksstarke Stimme, gepaart mit dem Können ihrer Musiker: Jean Pacalet, Rüdiger Krause, Topo Gioia, Bartek Mlejnek machten den Abend zu einem perfekten Genuss.
Schwäbische Zeitung, 9.2.2010


Fremdgehen mit Stil
Barbara Thalheim und Band zum Auftakt des Chansonfestes "schöner lügen" in Heidelberg
...freilich, die Sprache der Thalheim ist moderner und in ihrer säuselnden, scherzenden, schluchzenden oder klagenden Interpretation oft auch aufrührender, sogar köstlicher. Und so strahlte die krankheitsbedingt rußig-brüchige Altstimme eine herbe Sinnlichkeit, ihr Ausdruck Esprit aus, gesanglich unterstützt von ihrem Partner am Akkordeon, Jean Pacalet. Als betörende Stimmungsmaler erwiesen sich auch Rüdiger Krause (Gitarre), Bartek Mlejynek (Bass) und Topo Gioia (Percussion), die sich geschmeidig den Gemütsregungen und Geistesblitzen Thalheims anpassten.
Rhein-Neckar-Zeitung 9.2.10, Astrid Mader

Ein einsam heulender Gitarrenwolf
...Als eine Hommage an ihre jetzigen Chanson-Favoriten aus Frankreich bezeichnet Barbara Thalheim ihr neues Programm "herzverloren", mit dem sie ihr Publikum in der Kurstadt (Bad Salzungen) restlos zu begeistern vermochte. Und in dem märchenhaft schöne, französische Melodien auf leidenschaftliche deutsche Herzlyrik treffen. Das ganze nicht ätherisch blass und verträumt, sondern typisch Thalheim: glutvoll direkt, betörend wortspielerisch, schmerzlich fluchend, aus vollem Halse lachend, hart blickend und weich singend. Einzigartig eben...
Ebenso einzigartig die außergewöhnlichen Musiker, welche die löwenmähnige Chansonnière begleiteten. Etwa der experimentierfreudige Rüdiger Krause an der Gitarre, der in Bad Salzungen längst kein Unbekannter mehr ist und hier zuletzt mit Günter Fische auftrat...
Texte, die wie Bilder wirken, Musik, die die Farben dazu malt. Einsam heult der Gitarrenwolf beim Chanson "Der Kieselstein", dazu wehklagt das Akkordeon...feuriger Tangoklang, mitreißende südamerikanische Rhythmen, Gitarrenrock, melancholisch schmachtender Blues à la Francaise - Sängerin und Band überraschten mit immer neuen musikalische n Wegen. Barbara Thalheim...ist direkt, unangepasst, ja rebellisch. Aber auch gereift, lebensklug und humorvoll und verletzlich. Facettenreich, lebendig wie eh und je, erregt sie mit ihrer unverwechselbaren Stimme und dem rauchigen Timbre mühelos Aufsehen...
Zugabe um Zugabe erklatschen sich die Zuschauer, die noch lange nicht genug haben und Jean Pacalet schnell noch dazu bewegen können, sein überwältigendes "La mer" mit dem Akkordeon vorzutragen. Krönender Abschluss eines faszinierenden Abends.
Südthüringer Zeitung, 07.04.2009, ann

Barbara Thalheim präsentiert "Herzverloren"
Nürnberger Konzert der Sängerin: Auf den Flügeln der Chansons


BERLIN - «Herzverloren» heißt das aktuelle Programm der Berliner Chanson-Sängerin Barbara Thalheim, in dem sie mit ihrer hervorragenden Band ins Deutsche übertragene Chansons von Kollegen zum Besten gibt.

«Vom Chanson muss die Erde drei Minuten beben», meint Barbara Thalheim in ihrer Übersetzung eines Edith-Piaf-Klassikers. Am Ende eines langen, intensiven Konzertabends bebt nicht nur die bestens gefüllte Nürnberger Villa Leon vom donnernden Applaus, auch die Herzen des Publikums sind in Aufruhr. Würde sie die Original-Künstler nicht in ihren launigen Anekdoten erläutern, es würde gar nicht auffallen, dass das keine eigenen Lieder sind: Barbara Thalheim ist Künstlerin genug, sich die wenig bekannten Vorlagen von Kollegen wie Michèle Bernard, Maxime le Forestier oder Renaud so anzueignen, dass sie weit mehr sind als bloße Übertragungen.

Mit rauchiger Stimme singt sie von der Verlorenheit der Menschen in einer wüsten Welt, vom Aufbegehren gegen das Diktat des Mammons, vom Hadern mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht, vom Sterben und Abschiednehmen und ja, vom Triumph der Liebe, «die mehr ist, als nur Liebe machen.»

Besonders packend gelingt der vertonte Brief aus dem ersten Weltkrieg, den ihr Langzeit-Bühnenpartner, Akkordeonist Jean Pacalet vom Blatt abliest, während sie ihn lakonisch kommentiert. Oder die Version eines Songs der Band «Noir Desir» über die Eifersucht als «Die arme Schwester der Liebe».

Die Band verleiht den Liedern Flügel, tanzt um Thalheims herbe, exaltierte Stimme herum oder schmiegt sich an sie an, ohne ihr je die Luft zum Atmen zu nehmen. Ein inspirierender Abend voller Humor, Weisheit und Musikalität, an dem das hingerissene Publikum sein Herz verloren hat an eine Sängerin, die ihres garantiert am rechten Fleck trägt.

Aktuelle CD: Barbara Thalheim, «Herzverloren» (Pläne)

NÜRNBERGER NACHRICHTEN, Peter Gruner, 2.3.2009

Rothschilds CD-Tipp
Gemälde des Lebens
Es gibt sie wie Sand am Meer, die Mäderln mit dem Augenaufschlag, deren Talent mit dem Selbstbewusstsein nicht Schritt halten kann, die sich Diseusen nennen oder Chansonnière, ein Wort, das im Französischen für Sängerinnen ebenso wenig existiert wie Handy in der Bedeutung von Mobiltelefon im Englischen. In Wahrheit sind es nicht mehr als eine Handvoll, die in Deutschland als Diseuse oder Chanteuse gelten dürfen, und Barbara Thalheim ist die erste unter ihnen. Sie bringt tatsächlich Text, Musik und nicht zuletzt den Vortrag auf jenen gemeinsamen Nenner, der mit Fug und Recht "Chanson" heißt und sich vom deutschen Lied ebenso unterscheidet wie vom angloamerikanischen Song. Juliette Grécos Definition, wonach ein Chanson ein Gemälde des Lebens in drei Minuten ist, nimmt Barbara Thalheim ernst (es darf auch mal vier Minuten dauern).
Diesmal hat sich Barbara Thalheim ganz dem französischen Chanson verschrieben. Sie nennt sie schnoddrig "Chanxons", aber sie entpuppen sich ganz und gar als Chansons, die nasal gesprochen werden dürfen: französisch eben. Es sind nicht die bekannten Exemplare, nicht die - auch auf deutsch - x Mal interpretierten Hits des Genres, sondern Entdeckungen, deren Texte die Sängerin größtenteils selbst und recht frei ins Deutsche übertragen hat. Und wenn sie sich im kindlich-religiösen Staunen über "Lauter Wunder" zu verlieren droht, fängt sie das, diesmal von Michael Wüstefeld übersetzt, mit einer erfrischenden Beschimpfung von "dämlichen Conférenciers, degenerierten Blablas" und "mondäner Schwachsinnigkeit" auf. Das berührendste Chanson wird im Duett gesungen, "Ein vergessener Brief" von Juliette Noureddine. Das letzte Wort gehört der Musik. Textlos klingt sie auf einer Spieluhr aus: eine Geste der Bescheidenheit und ein Bekenntnis zu den leisen Tönen.
Barbara Thalheim hat von Anfang an mit unorthodoxen Instrumentierungen und Arrangements experimentiert. Die "Begleitung" war für sie niemals Nebensache, niemals Hintergrund für den eigenen Auftritt. In dem Akkordeonisten Jean Pacalet hat sie nun schon seit Jahren einen kongenialen Musiker gefunden. Sein Spiel ist virtuos, aber uneitel. Es ergänzt Barbara Thalheims Gesang, statt mit ihm zu konkurrieren. Diesmal kommen noch Rüdiger Krause an der Gitarre, Bartek Mlejnek am Kontrabass und Topo Gioia an der Percussion hinzu - eine Combo, die wiederum dem Geist des Chansons in unübertrefflicher Weise gerecht wird. Und wenn demnächst im Kleintheater um die Ecke eine Kokette vorgibt, eine Diseuse (oder eine Chansonnière) zu sein, sollte man zuvor diese CD hören, um zu wissen, was Sache ist.
Barbara Thalheim: herzverloren. pläne 88959,
Thomas Rothschild

Aufgehorcht
Barbara Thalheim singt auf ihrer neuen CD "herzverloren" (nach einem Chanson von Renaud) 12 Lieder französischer Sängerkollegen. Jean Pacalet vollendet den musikalischen Reigen mit seiner kunstvollen Interpretation von "Chansons sans paroles". Die durchweg textbetonten Lieder eröffnen durch der Sängerin eigene Nachdichtungen wie auch durch die Übertragungen von Regina Scheer, Richard Pietraß und Michael Wüstefeld weite Gestaltungsräume. ... Die Thalheim nutzt die poetische Bildsprache der Chansons mit ihrem breiten stilistischen Spektrum... Sie beschreibt, erzählt, beklagt, säuselt, konstatiert und provoziert. Aus französischen Perspektiven und deutschen Herzenstiefen. Lebensnah innig und engagiert... solcher Art individueller Gesangsvortrag fasziniert...Ihr Timbre verbindet sich einzigartig mit Musikalität und Erfahrung...Barbara Thalheim "findet keine Ruh", (Titel von noir desir). Wie im Leben. Erstklassig...
Nordkurier, 10.01.2009, Jürgen Tremper

Versungen
Französische Chansons deutsch versungen lautet der Untertitel zu Barbara Thalheims neuer CD "herzverloren". Dem kann man nur zustimmen: Versungen!
Die Texte sind dem Französischen entrissen und mit etwas Mühe in eine deutsche Form gebracht worden, die jetzt hier sprechsingend vorgetragen wird. ...gelegentlich klingt es wie eine Gedankensammlung, aus der eventuell mal ein Text werden könnte. Auch wenn wir das der Tatsache zu gute halten, dass Übersetzungen häufig nicht ganz das Sprachgefühl der Zielsprache erreichen, macht es den Hörgenuss nicht größer. ...Pseudointellektuelle Worthülsen und eine Bildsprache von recht begrenzter Originalität will sich am Zeitgeist abarbeiten, bleibt aber irgendwo in den späten 70ern hängen.
Überholt, wäre hier zu wenig gesagt, weil das, was Thalheim hier präsentiert, auch vor 30 Jahren schon weit unterhalb von Ulla Meinecke oder Ina Deter gelandet wäre, die immerhin noch etwas solide Musik präsentiert haben.
www. musikansich.de , Januar 2009
Norbert von Fransecky (von Beruf Musiker und Pfarrer, Anmerkung Barbara Thalheim)

Weg von der verquatschten Welt
...Zella-Mehlis..."herzverloren" ein intimes Konzert der Spitzenklasse...mit Nachdichtungen französischer Jetzt-Zeit-Chansons gelang der Chanteuse ein ganz großer Coup. Dabei hat sie nicht nur mit Richard Pietrass, Regina Scheer und dem Dichter Michael Wüstefeld qualifizierte Lyriker für ihre Liedtexte gefunden, viele der Textübertragungen hat die Frankreich-Liebhaberin selbst geleistet.
Höhepunkte gab es viele. Einer war sicherlich das Duett mit Pacalet, der trotz seiner Resistenz, was die deutsche Sprache betrifft, hier ganze Strophen wagte. Barbara Thalheim gelang alles auf einmal mit ihrem Herzverloren-Programm: Nachdenkliche Texte, eine Portion Poesie und Mut und Ironie. "Weit weg von der verquatschten Welt", lautet eine Liedzeile in einer Art Abrechnung mit der heutigen Mediengesellschaft. Musikalisch pointiert, stimmlich stimmig umgesetzt und garantiert mit einem doppelbödigen Seitenblick auf sich und das Weltgeschehen beschwerte die Thalheim eine äußerst niveauvolle Darbietung, die von den Anwesenden mit überwältigendem Applaus honoriert wurde.
Freies Wort , 25.11.08, Bettina Keller

Herzverloren war ein großer Gewinn
Erfurt, Museumskeller
...Ihr "So oft mag ich die Frauen nicht" (Original: Lynda Lemay) oder "Ein vergessener Brief" (Juliette Norreddine) brachten Bravo-Rufe und herzlichsten Beifall...
Vorbei scheint die Zeit, da Thalheim zähneknirschend graue Tage und Jahre zelebrierte. Sie wirkt mit ihrer Vorstellung und mit ihren Liedern gut wie lange nicht, scheint sich und ihre Lebensbrüche halbwegs annehmen zu können. Gesungene Liebe, Leid, Eifersucht und sogar wieder Humor werden von exzellenten Musikern begleitet....
Thüringer Allgemeine, 22.11.08, Esther Goldberg

Die neue CD herzverloren von Barbara Thalheim: Frankreich satt
Nach der politischen Wende hatte die extraordinäre Liedersängerin Barbara Thalheim ihre Liebe zu Frankreich, die vorher eher unterschwellig vorhanden war, im besten Sinne des Wortes ausleben können... Jetzt war es Zeit für sie hier wenig bekannte Sänger und Sängerinnen aus dem Land vorzustellen, an das sie ihr Herz verloren hat. Und so heißt ihr neues Programm und ihre neue CD "herzverloren", frei nach einem Chanson von Renaud...
In der vergangenen Woche hat die Thalheim diese, ihre "Liebeserklärungen an Kollegen" im restlos ausverkauften Kesselhaus der Kulturbrauerei Berlin vorgestellt. Und es ist wahrlich ein großes Vergnügen sie im Konzert zu erleben. Sie sang Lieder, die sie für würdig befunden hat, ihrem deutschen Publikum nahezubringen. Entstanden sind nicht einfach Coverversionen. Entstanden sind oft neue Lieder, angelehnt an ein französisches Vorbild. Es sind Lieder der Thalheim geworden. Bestens musikalisch begleitet von Rüdiger Krause (Gitarren, großartig!) Topo Gioia (Percussion, perfekt) Bartek Mleynek (Bass, begnadet) und natürlich von Jean Pacalet (Akkordeon, allmächtig) Hören Sie selbst! Entdecken Sie Frankreich und die Thalheim und bestenfalls sich selbst neu!
Neues Deutschland, 13.11.08, Hanno Harnisch

In der Fremde...
herzverloren, das neue Programm von Barbara Thalheim ist eine gelungene Mischung aus wunderschöner Musette-Musik, unterlegt mit hintergründiger deutscher Prosa. Barbara Thalheims ausdrucksstarke Stimme, gepaart mit dem Können ihrer Musiker machten den Abend zu einem perfekten Genuss. Die CD folgt in Kürze. Sie erscheint bei pläne records.
Nordkurier Anklam, 29.09.08, Andrea Schneider

Ein Abend voller Lachen und Tränen
...ein Trommelwirbel, den auch Jean Pacalet persönlich mit seinem Akkordeon entfachte.
Begleitet er nun Barbara Thalheim oder sie ihren Begleiter? Es bleibt offen und dennoch wurde so klar: Hier war ein Stern als Schnuppe direkt über Hockenheim heruntergegangen....
Schwetzinger Zeitung, 10.6.08, Anke Koob

Nichts erfunden
Chansonnière Barbara Thalheim und Akkordeonist Jean Pacalet in der Kellerbühne.
Zur Entwarnung: Bei Barbara Thalheim dreht sich nicht alles um Politik, auch wenn sie als politische Liedermacherin angekündigt wurde. Heute ist sie eine brillante Geschichtenerzählerin... Was die gebürtige Ostdeutsche singt ...ist von glanzvoller Originalität.
Tagblatt St. Gallen, Schweiz, 18.4.08, Jonathan Fisch

Stimmte trifft auf Akkordeon
Die Chansonnière Barbara Thalheim und der Akkordeonist Jean Pacalet hinterließen mit ihrem Programm "Immer noch immer" in Schäfers Kulturstadel einen wohl noch lang anhaltenden Eindruck...Thalheims Lieder erzählen Geschichten, sie sind gefühlvoll, besinnlich, aufregend, gesellschaftskritisch, politisch und noch viel mehr...
Ein besonderer Höhepunkt war das Akkordeonsolo von Jean Pacalet. Ein ausdrucksstarkes Stück mit überraschenden musikalischen Wendungen, vom Komponisten selbst virtuos interpretiert. Die Zuhörer vergaßen fast das Atmen...
Schwäbische Zeitung, 15.4.08, Margot Müller

Gegen den Mainstream des Flachbürstigen
Sie gehört zur alten Garde...zu den Dinosauriern der ostdeutschen Musikerszene, zur aussterbenden Rasse der Liedermacher. Barbara Thalheim, geboren in Leipzig, aufgewachsen in Ostberlin, singt über Befindlichkeiten und Politik, auf Deutsch und, seit Ende der 90er Jahre auch auf Französisch. Frankreich, das Land ihrer Sehnsüchte, erschien der in der ehemaligen DDR erfolgreichen Sängerin ... als unerreichbar damals, als sie noch "unter der Käseglocke" lebte.... keine Spur von Verbitterung, oder Wehmut nicht auf der Bühne, nicht im Gespräch, dafür spritzige Lebenslust.
Mallorca Zeitung, 27. März 08, Brigitte Kramer

Die neue Knef
Ein Meisterkonzert im ver.di - Institut Lage-Hörste [...] das für Gastspiele aus der Champions-League steht. Der Sänger Thomas Quasthoff und der Pianist Andreas Schiff - um nur zwei Angehörige dieser Spitzenklasse zu nennen, waren hier zu Gast. Nun also ein anderes Genre: Chanson. Barbara Thalheim und Jean Pacalet [...] Es hat eine neue Knef, eine, die vom Leben singt, so wie das Leben eben ist, schmutzig, ungerecht, voller Grausamkeiten und doch so voller Wunder, deretwegen sie immer noch durstig ist nach diesem Leben, trotz ihrer beinahe 60 Jahre.
Lippesche Landeszeitung Detmold, 29.2.2008, Andreas Schwabe
Grande Dame
Mal schnoddrig, mal sensibel: Barbara Thalheim und Jean Pacalet in Leipzig [...] überhaupt: dieser Pacalet, Jahrgang 51, ist eine virtuose Offenbarung. Barbara Thalheim erzählt genüsslich von ihren anfänglich starken Vorbehalten gegen das Akkordeon. Von diesen Startschwierigkeiten ist an diesem Abend nichts zu spüren, beide harmonieren in einer fast symbiotischen Weise.
Leipziger Volkszeitung, 25.2.2008, Peter Matzke
Bardentreffen Nürnberg
[...] mit best aufgelegter Band, darunter Akkordeonist Jean Pacalet, demonstrierte die Liedermacherin, oder besser Chansonnette Barbara Thalheim, zu welcher Dynamik, zu welchem Niveau - musikalisch wie textlich - das Genre und vor allem sie immer noch fähig ist.
Plärrer, Nürnberg Sept. 2007
Furiose Stimmung, grandiose Stimmen
Schon Stunden vor Konzertbeginn hatten es sich die ersten Gäste mit Wein, Brot und Käse auf den Sitzbänken der Burg Wilhemstein gemütlich gemacht. Im ausverkauften "Haus" galt es, schon früh die Bänke mit dem besten Blick auf die Bühne zu sichern. Jedes Jahr eröffnet der "Blind Date" die Open Air Saison auf der Burg [...] auf musikalisches Entertainment folgten politisch und gesellschaftskritisch ambitionierte Chansons: Barbara Thalheim stand gemeinsam mit dem Akkordeonisten Jean Pacalet zum ersten Mal im Westzipfel der Republik auf der Bühne [...]
Ihr Blind Date in Aachen war überaus erfolgreich, was die Standing Ovations der 1.500 Besucher bestätigten.
Aachener Zeitung, 03.06.2007, Sarah Maria Frantzen
Thalheim singt ...
Eine Atheistin aus Ostdeutschland singt im Kulturpunkt der evangelischen Friedenskirche, Mitveranstalter ist [...] "der Sozialdienst Katholischer Frauen", das ist mehr als Ökumene [...] Viel Applaus gibt es für Thalheim & Pacalet, die den Beweis liefern, dass das Liedermachen eine lebenslängliche Aufgabe sein kann.
Rheinische Post, 30.5.07, pen
Barbara Thalheim und Jean Pacalet retteten das politische Chanson
Immer noch und immer wieder /weht am Halbmast mein letztes Hemd/ welkt die Nelke am Jackenknopf, / ist die Zeit ein alter Zopf, / geht das Leben mit mir fremd - das klingt nach Altersweisheit, wenn Barbara Thalheim diese Zeilen im Titel-Chanson ihres aktuellen Programms "immer noch immer" im Lutterbeker singt. Jean Pacalets ruppig revoltierendes Akkordeon verleiht dem Chanson jenen Atem, den zuletzt Brecht/Weill-Lieder hatten. Einatmend ist es Sehnsucht, das sich immer wieder Wundern über die Wunden, die das Leben schlägt. Beides verbindet Thalheim sowohl in ihrer Biografie als auch in ihren Chansons [...] Thalheim ist eine, die mit ihrer DDR-Vergangenheit so kreativ hadert wie einst Heine mit Deutschland. Ihr Singen ist immer auch Sprechen, Ansprache im doppelten Wortsinn. Und es ist Erzählung von einem Leben, nicht in den nur vermeintlich vereinten Ost-West-Welten. Vor denen floh die Thalheim nach Paris - ein Glücksfall, denn dort lernte sie Pacalet kennen [...] aus diesem Antagonismus wächst seit 11 Jahren eine musikalische Synthese, die im deuten "Liedermaching" ihres Gleichen nicht findet. Pacalets Akkordeon [...] ist die Klaviatur, auf der die Thalheim spielen kann, wie einst die Piaf. Ein beeindruckendes Konzert einer letzten und immer noch ersten ihrer Art.
Kieler Nachrichten, 30.04.2007 Jörg Meyer
Ein Herz, das barfuß geht
Barbara Thalheim und Jean Pacalet in Zella-Mehlis

[...] ob man jeden ihrer Blicke immer teilt, steht auf einem anderen Blatt. Aber man kann sich diesen Worten, dieser Art von Gesang, nicht entziehen [...] die Thalheim, die getrost zu den großen Lied- und Chansonfrauen Deutschlands gezählt werden darf, hat nie verlernt, die Welt mit kritischen Augen zu sehen. Aus dieser Perspektive schenkt sie ihren Zuhörern noch immer die nachdenklichsten Lieder. Vielleicht gelingen ihr die deshalb besonders gut, weil ihr Leben immer auch ein unangepasstes war. Eine Stehauf-Frau mit sehr wachen Sinnen - das Auf und Ab inklusive - die nicht verlernt hat, politisch zu denken und zu singen. Mit unbequemen Liedern kann sie selbst heute wunderbar anecken, auch wenn sie gelassener und nicht mehr so schrill angriffslustig scheint. "Vorm Brandenburger Tore" entsteht keine Einheitsgefühlsduselei, eher klingt es nach dem Lied von den vertanen Gelegenheiten im Schatten des deutschen Lindenbaums. Keine Zweideutigkeit kommt auf, wenn "Der alte Sozi" besungen wird, eine Hymne auf Willy Brandt und ein Abgesang auf das jetzige Image der SPD [...] und ihr "Kinderland" ist keineswegs ein nostalgischer Abgesang auf die verflossene DDR [...] Erinnerung an die Kindheit, die man sich nicht aussuchen und die schmerzen kann.
Sie weiß, dass es ein Glücksumstand ist, den französischen Musiker Jean Pacalet an ihrer Seite zu haben. Lieder dieser Art bedürfen einer gewissen "Zweisamkeit", einer der versteht, was der andere singt. Pacalet ist ein großartiger Musiker. Als er die "Landschaft unter dem Meer" so archaisch auffühlend auf seinem Akkordeon beschreibt, wird einem richtig schwindelig dabei. Dann zieht er sich - so wie hinter den Balg seines Instruments - wieder hinter die Lieder der Thalheim zurück. Für ein Herz, das barfuß geht. Immer weiter. Und immer wieder.
Freies Wort, April 07, Lilian Klement
Rhythmisch gerufen - begeistert applaudiert
Barbara Thalheim & Band im "Kik" Kongresszentrum Wernigerode

[...] für die Fans allemal, die sich mit standing ovations für das beeindruckende Konzert und die Zugaben bedankten. Die Lieder haben noch immer ihre besondere Sicht auf das Leben [...] Jean Pacalet [...] arrangierte die Musik für die vierköpfige Band, und die war wieder ein besonderer Ohrenschmaus. Exzellente Musiker allesamt [...] Das ging los, riss mit, setzte Akzente, unterstützte die Texte, machte einfach Spaß.
Neue Wernigeröder Zeitung, April 2007, Christine Trosin
Immer noch immer
Barbara Thalheim hat ihr Publikum immer noch immer stark mit sich beschäftigt - mal war sie mutig, und mal war sie krank, war dicke da und kündigte an, wegzubleiben, war oben auf und unten durch. Ihre Freunde rechneten mit ihr, aber bei ihr immer mit Katastrophen. Barbara Thalheim ist anstrengender als Reinhard Mey, Klaus Hoffmann und Konstantin Wecker zusammen [...] ansonsten ist sie großartig, jubiliert wie eine Nachtigall, randaliert wie eine Krähe, lässt sich wegreißen und wieder einholen, hat mit ihrem Team atmosphärische Collagen in die Lieder gebastelt [...] aber vor allem: Sie hat Neues zu erzählen.
Eulenspiegel, Februar 2007, Nina Alilujewa
Immer noch immer
Immer noch immer ist es die Aufarbeitung der Geschichte und sind es die selbst erlebten Geschichten, die die Abende mit der Chanson-Sängerin Barbara Thalheim zu einem ebenso persönlichen wie anrührenden Erlebnis werden lassen [...] Auf jeden Fall gib es im Moment wohl keine Liedermacherin in Deutschland, die sich politisch so weit aus dem Fenster lehnt, wie die Thalheim. Im Berliner Maxim-Gorki-Theater stellte sie - wie fast immer mit einer Riesenband, wie man sie bei Singer-Songwritern sonst kaum noch kennt - am Sonntag ihr neuestes Programm vor. Es ist das 6. seit 2001.
Neues Deutschland, 05.12.2006, Angelika Kettelhack
Wortgewaltiger Abend mit viel Aussagekraft
[...] für ein reines Konzert war der Wortanteil des Abends zwar gewaltig, aber das Publikum ließ sich davon nicht stören [...] denn Barbara Thalheim bewies in ihren Geschichten und Liedern eine außerordentliche Beobachtungsgabe für Situationen und Menschen.
Volksstimme Magdeburg, 30.10.06, Stephen Zechendorf
Artgerechte Haltung des Glücks
Chansonnette Barbara Thalheim sang und erzählte aus ihrem Leben

[...] ihre Lieder, kurzweilig, tiefsinnig, rhythmisch interessant, erzählen von der artgerechten Haltung des scheuen Glücks, der Insel Hiddensee, dem Altern, von den Hineingeborenen des Ostens, von den Gedanken einer Afrikanerin über Touristen und vom Altsozi Willy Brandt. Hinter dem Akkordeon verbarg sich ein wenig scheu Jean Pacalet, der französische Großmeister er musikalischen Zauberkunst [...] seine contrapunktierten Arrangements atmeten ebenso barocken wie französischen Geist [...] er entlockte dem Akkordeon Töne, die man von einem volkstümlichen Instrument nicht erwartete.
Kasseler Zeitung/Bad Karlshafen, 25.10.06 nh.
Aufrichtig und von fast nüchterner Poesie
[...] die Kunst der Thalheim besticht zuerst durch die Texte, treff- und pointensicher bis in die aparten Reime, niemals sentimental, intellektuell durchleuchtet. Dann durch ihre Darbietung, in einem eher kontrollierten Parlando, das sich unplötzlich zum bestürzenden Gefühl aufschwingt, mit einer Stimme, in der sich eine leichte Rauhigkeit verbirgt, die unvermittelt ins mädchenhafte Timbre umkippen kann. Und schließlich durch die musikalische Sensibilität ihres Akkordeonisten Jean Pacalet und seiner mit kleinen Raffinessen durchsetzten Arrangements für die Band.
Norddeutsche Neueste Nachrichten, 07.08.2006, Heinz-Jürgen Staszak
Straucheln und Leben
[...] neue Lieder erklangen in der Marienkirche, ein Test für die neue CD. Und Applaus, denn "immer noch immer wieder weht am Halbmast mein letztes Hemd" [...] die Musik der neuen Songs führt die Texte weiter. [...] die Thalheim verlässt sich auf ihren Charakter, lenkt die Stimme in ungesicherte Bereiche und verfährt recht souverän auch mit dieser Freiheit. Lied, Chanson, Song - vielleicht ist das der Weg. [...] erdnahe Poesie revoltiert ein bisschen gegen den Himmel und vor allem gegen verlorenes Leben [...] .nicht nur ihr Herz, "alle sollen barfuß gehen", singt die Sängerin.
Dessau, Mitteldeutsche Zeitung 04.04.06, Thomas Altmann
Insel der Unbequemlichkeit
Ihre letzte Zugabe singt Barbara Thalheim kurz vor Mitternacht. Das klingt nach einem Marathon. "Ich atme die Welt ein und als Lied wieder aus" vom 2004er Album "Insel Sein" (Preis der deutschen Schallplattenkritik) ist ein schönes Bild für den Umgang der Thalheim mit ihrer Realität. Widersprüche haben sie antreten lassen, Widerworte haben sie groß, Widerstände stark gemacht. Die gesellschaftliche Wende und ein gesundheitlicher Tiefschlag sind aufgegangen in ihrem Trotz, ihrem Da-Sein. [...] womöglich ist auch Thalheim gefangen im Dilemma, das sich auf Bühne, Brettl, Leinwand und in Büchern spiegelt: die Welt vor der Haustür wird unscharf, die beargwöhnte Masse zerfasert, die Reibungsflächen geben nach. "Ist es wahr, dass man nur singen kann, was man auch lebt", fragt sie in der Hommage á Edith Piaf und gibt in diesem Konzert gleich ihre Antwort: Ja. Die kräftige, raue Stimme ist variabler geworden; im Zusammenwirken mit dem Arrangeur, Komponisten und Akkordeonisten Jean Pacalet klingt sie melodiöser, fröhlicher. Französisch irgendwie. Raffinesse prägt den Sound der Band.
Leipziger Volkszeitung 27.03.06, Janina Fleischer
Wie immer wurde die Chansonsängerin Barbara Thalheim begeistert von ihrem Publikum gefeiert [...] das ist in besonderem Maße auch ihren Standpunkten und Meinungen zu den beiden erlebten Gesellschaftsordnungen, Ihren Anekdoten, Geschichten und ihrer ehrlichen Art zu danken, mit der sie von sich erzählt und ihre Lieder ankündigt [...] dazu spielte ein göttlicher Jean Pacalet mit seinem Akkordeon sehr französisch, dramatisch, spannend, aufreizend, schmeichelnd, zart oder mit Ausrufezeichen - Klasse! [...] Natürlich ging nichts ohne Zugaben das war ein brillanter Abschluss eines wunderbaren Konzertes.
Magdeburger Stadtjournal 2.12.05, Dagmar Drescher
Politik und Poesie gehören zusammen. Jedenfalls bei der Chansonette Barbara Thalheim. Im Theater Forchheim balancierte die charismatische Ostberliner Diseuse mit ihrem Akkordeonbegleiter Jean Pacalet auf dem hauchdünnen Grat zwischen Animation und Agitation - und beeindruckte mit der völligen Absenz des Vordergründigen. Ein deutscher Begriff wie "Liedermacherin" trifft das Wesen der Barbara Thalheim so wenig wie die amerikanische Bezeichnung "Singer/Songwriter", obwohl die Sängerin mit beiden Genres flirtet, subtil die Stile verschränkt, sich vieler Quellen bedient [...] Dass sie nach dem Mauerfall eine Zeit in Paris verbrachte, darf als folgerichtige Entwicklung einer Künstlerin betrachtet werden, die in ihrer Musik gerne tiefer gründelt und sich mit ihren Themen gewiss nicht auf schablonenhaft skizzierte Ost-West-Probleme reduzieren lässt [...] Bestimmt nicht versehentlich arbeitet sie mit einem dezidierten Individualisten wie Jean Pacalet zusammen, der ein spektakulärer Virtuose in der diffizilen Kunst ist, seine Musik zwischen den Zeilen sprechen zu lassen. Mal schwelgt Pacalet in Musette-Seligkeit, mal wird er zum lautmalenden Kommentator für Barbara Thalheims wortgewaltige Sarkasmen. Das Ganze ist hier so viel mehr, als die Summe seiner Teile, dass man es nicht mehr als Chansonabend bezeichnen mag. Eher schon als Schlüssel-Erfahrung [...] Überwältigend!
Forchheim, Nürnberger Nachrichten 29.11.05, Hans von Draminski
Barbara Thalheim reißt Mauern ein, um neue Welten aufzubauen
- atemberaubende Chanteuse und Akkordeonist Jean Pacalet atmen im Pumpwerk die Welt ein - und als Lied wieder aus - Thalheim und Pacalet sind so ein harmonisches, symbiotisches Gespann, dass man kaum glauben mag, dass die Ausnahme-Röhre und der Top-Musiker erst seit einigen Jahren zusammenarbeiten. Sie sind die siamesischen Zwillinge der Musik: Sie die atemberaubend natürliche Chanteuse, deren Stimme beileibe nicht den klanglichen Idealen der glatten Unterhaltungsindustrie entspricht [...] er der phantasiereiche Begleiter, dessen Akkordeonklänge aufrühren können oder beruhigen, der ohne Ausnahme stets den rechten Ton für die bisweilen sehr extravaganten Melodiebögen der Sängerin trifft [...] das Hockenheimer Publikum verfolgte begeistert und gespannt jede Silbe der löwenmähnigen Endfünfzigerin, die "New Merkel und Old Schröder" ihre Agendas um die Ohren schlug und der großen Muse der französischen Existentialisten und Grand Dame des Chanson, Juliette Gréco, ein musikalisches Denkmal setzte. Und noch immer verfolgt sie nur eine Linie: "Hör auf das, was in dir schwingt: Deine Träume, dein Instinkt".
Hockenheimer Tageszeitung, 28.11.05, mbw
Französin im Herzen
[...] .Barbara Thalheim und Jean Pacalet traten im Rahmen der Dritten Französischen Woche im Theater Freiburg auf. Vielleicht hat es an diesem Dach gelegen, dass Barbara Thalheim partout von der französischen Sprache nicht lassen wollte [...] Zu ihrer eigenen Biografie bezieht sie eine wohltuende Distanz, benennt gesellschaftliche Verwicklungen schonungslos. Barbara Thalheims Stimme ist von gewaltigem Pathos, vermag aber auch vor Verletzlichkeit zu vibrieren. Die typischen Wendungen in ihren Liedern, das Umschwenken in ihrer Stimme vom vorsichtigen Fragen zum kraftvollen Ausruf unterstützt Jean Pacalet beeindruckend. Der Akkordeonist ist mehr als ein gefälliger Begleiter, er ist Inspirator. Er nimmt die Sängerin mit in völlig andere Klangwelten. Zwischen minimalistischen Motiven und dunklen Klangbildern erzeugt er wahre Klangströme, in deren Sog die Stimme oben schwimmt. Bei allem Sarkasmus [...] Barbara Thalheim blickt zuversichtlich in die Zukunft und fordert das Publikum auf, sich vor jeglicher Ideologie zu hüten und den Mut zur Minderheit aufzubringen. Lang anhaltender Applaus im Freiburger Theater.
Freiburg, Badische Zeitung 22.11.05, Reiner Kobe
Dass sie eine Grande Dame des Chansons ist, bewies Barbara Thalheim gemeinsam mit dem französischen Akkordeonisten Jean Pacalet im Kulturforum Kiel. Die in Leipzig geborene und in Ostberlin aufgewachsene Künstlerin mischt sich ein in aktuelle Politik, in gesellschaftliche Befindlichkeiten. Nie wird sie dabei zur Dozentin, sondern verpackt stetig zwinkernden Auges ihre politischen Positionierungen in charmante Anekdoten.
Thalheim ist die Herumgekommene, im Leben und in der Welt. Lebensklug scheint sie, mal wütend, mal zweifelnd, mal verwirrt amüsiert. Und sie ist dies alles mit einer schier unbändigen Energie, die einen in den Bann zieht.
Kieler Nachrichten 19.09.05, Karen Jahn
"Ich steh zu der Utopie einer menschlichen Ökonomie", sang die Liedermacherin Barbara Thalheim in Stralsund im Remter und trat den Beweis an, dass ihre Songs immer noch klare politische Botschaften enthalten. Als bekennende links-intellektuelle Künstlerin macht sie keinen Hehl aus ihrer Kapitalismus-Kritik und meldet sich deutlich zu Wort, wenn es um gesellschaftliche Missstände geht. Von einer Verbiesterung gegenüber dem System war aber nichts zu spüren, sondern eher ein lustvolles Aufbegehren.
Stralsund, Ostseezeitung 25.04.05, Christian Rödel
Sie atmet die Welt ein und als Lied wieder aus: Barbara Thalheim gilt als eine der wenigen begnadeten Liedermacherinnen in Deutschland. Zusammen mit dem französischen Akkordeonisten Jean Pacalet hatte sie die Marbacher eingeladen zu einer tiefsinnigen Reise durch das Leben mit all seinen Facetten. Ein Liederabend mit Inhalt, Sinn und Verstand, präsentiert von einem großartigen Duo Thalheim und Pacalet.
Marbach, LKZ 13.12.04
Ein Wiedersehen mit der ersten Preisträgerin des Buxtehuder Kleinkunstpreises (1980) gab es am Freitag im Forum Süd. "Insel Sein" heißt ihre neue CD, für die Barbara Thalheim im August den Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhielt. Jean Pacalet als ihr virtuoser Begleiter hat großen Anteil daran.
Buxtehuder Tageblatt, 20.09.04, Regina Ottens
Diseuse von Welt
Hinter ihr könnte sich so manche selbst ernannte Chansonnette verstecken oder es gleich ganz lassen, auf öffentlichen Podien singend aufzutreten: Denn diese Frau hat Stimme, und sie hat etwas zu sagen. Die Rede ist von Barbara Thalheim. Von einer Sängerin, die heute Seltenheitswert besitzt in unserer glatt gebügelten Unterhaltungswelt. Und doch ist man geplättet, hört man z.B. in ihre neueste CD rein oder nutzt die Gelegenheit, diese Künstlerin einer scheinbar vergangenen Tradition live zu erleben. Die Thalheim ist eine Frau mit Brüchen, Falten, Ecken, Kanten. Eine Diseuse von Welt, gefüttert und genährt durch die harte Lebensschule der Dialektik, durch den Stempel "Herkunft DDR". Geübte Widerständlerin. Schlagkraft, Witz und Wahrheit garantiert. Eigenschaften, die sie bewahren vor Gefühligkeit, Kitsch und anderen Singsang-Banalitäten. Das macht ihre selbstverfassten Songs in schöner Anmaßung unbequem, streitbar, politisch. Ihr raues Timbre zwingt zum Zu- und immer Weiterhören.
Münchner Merkur, 15.04.04, Sabine Dultz